Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Risikofaktoren für Tod von Frühgeborenen

Aktuelles

Mutter mit Frühchen

Frühchen werden in der Regel auf der Intensivstation behandelt, bevor sie aus dem Krankenhaus entlassen werden können. Ein langer Aufenthalt ist dabei ein Risikofaktor für einen frühen Tod.
© BVMed

Do. 09. Februar 2012

Frühgeborene: Studie entlarvt politischen Sprengsatz

Frühgeborene, die mit einem extrem niedrigen Geburtsgewicht zur Welt kommen, tragen ein erhöhtes Risiko innerhalb des ersten Lebensjahres zu versterben. Wissenschaftler der Wayne State University in den USA haben nun untersucht, welche Faktoren dieses Risiko nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fördern. Das überraschende Ergebnis: je länger die Kinder auf der Intensivstation des Krankenhauses verbringen, desto größer das Risiko für einen Todesfall innerhalb des ersten Lebensjahres. Und: Wie die Mutter krankenversichert ist, spielt für das Risiko des Kindes eine große Rolle.

Für die Studie sammelten die Wissenschaftler die Daten von 5.346 Frühgeborenen, die mit einem Geburtsgewicht unter 1000 Gramm zur Welt gekommen sind. Dabei wurden 4.807 dieser Kinder bis zu einem Alter von 18 bis 22 Lebensmonaten beobachtet. 107 der Frühgeborenen verstarben nach der Entlassung von der Intensivstation. Dabei konnten die Forscher drei wesentliche Risikofaktoren definieren.

Anzeige

Zum einen war das Risiko für afroamerikanische Frühgeborene doppelt so hoch wie für weiße Amerikaner. Noch höher allerdings war es, wenn die Kinder vor der Entlassung besonders lange auf der Intensivstation verbracht hatten. Kinder, die mehr als 120 Tage auf der Neugeborenen-Intensivstation lagen, verstarben dreimal häufiger. Ein weiterer Risikofaktor war der Krankenversicherungsstatus der Mutter: war nicht klar, ob und wo die Mutter krankenversichert ist, verstarben die Frühgeborenen sage und schreibe 15 Mal häufiger als bei privat krankenversicherten Müttern – ein politischer Sprengsatz.

In Sachen Säuglingssterblichkeit belegen die USA Platz 48 in der Welt. Damit versterben in den USA mehr Säuglinge als in anderen Industrienationen. Gerade dass der Versichertenstatus der Mutter bei der Sterblichkeit von Frühgeborenen eine so große Rolle spielt, ist den Autoren der Studie zufolge ein Hinweis darauf, dass ein freier Zugang zur medizinischen Versorgung nicht in jedem Fall gewährleistet sei. Darum sei es besonders wichtig, die Faktoren, die zu einer vermehrten Sterblichkeit unter Säuglingen führen, identifiziert und falls möglich ausgeräumt werden – unabhängig davon, ob es sich um Frühgeborene handelt oder nicht.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schnupfen-Sekret gibt Hinweis auf Erreger

Ein einfacher Test könnte zeigen, ob es sich um einen viralen oder bakteriellen Infekt handelt.

Parodontitis deutet auf Diabetes hin

Je schwerer die Entzündung, desto höher ist das Risiko für die Zuckerkrankheit.

Was bringt eine Testosteron-Therapie?

Forscher warnen: Dem Nutzen stehen auch Risiken gegenüber.

Fettes Essen schadet dem Körper sofort

Schon eine fettreiche Mahlzeit verändert den Zuckerstoffwechsel.

Was schützt wirklich vor Mückenstichen?

Forscher haben diverse Produkte zur Insektenabwehr getestet.

Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Ein Impfstoff mit lebendigen Erregern verspricht einen vollständigen Schutz.

Vitamin D schützt vor Erkältung und Grippe

Eine regelmäßige Einnahme halbiert das Risiko für einen akuten Atemwegsinfekt.

Immuntherapie: Zwei Jahre sind zu wenig

Eine länger andauernde Behandlung lindert Heuschnupfen-Symptome besser.

Mittelmeerkost schützt das Herz

Vor allem eine Extraportion Olivenöl wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Fischöl hilft bei allergischem Asthma

Für den positiven Effekt sind die Omega-3-Fettsäuren verantwortlich.

Sorgen Entzündungen für Depressionen?

Forscher haben einen neuen Ansatz zur Behandlung von Depressionen gefunden.

Woher kommen die Rückenschmerzen?

Durch einige Hinweise lässt sich eingrenzen, wo die Ursache für die Schmerzen liegt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen