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Spritze und Löffel

Eine erhöhte Gefahr für eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus besteht für Drogenkonsumenten, etwa wenn sie das Spritzbesteck mit anderen Konsumenten teilen.
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Mi. 22. Februar 2012

An Hepatitis C sterben mehr Menschen als an AIDS

In den USA fordert die Leberentzündung Hepatitis C mehr Todesopfer jährlich als eine Infektion mit dem HI-Virus. Das berichtet die amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Bereits im Jahr 2007 habe die Zahl der Hepatitis-C-Toten die Zahl der AIDS-Toten überschritten. In den kommenden Jahren wird die Zahl wahrscheinlich aber noch weiter steigen.

Die Todesrate unter HIV-Patienten ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken. Hingegen sei die Zahl der Hepatitis-C-Toten angestiegen. Im Jahr 2007 sei dann Hepatitis C erstmals der "größere Killer" unter den beiden Infektionskrankheiten gewesen: In diesem Jahr verstarben 12.734 Menschen an einer HIV-Infektion, eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) war hingegen in 15.106 Fällen die Todesursache.

Dabei dürfte die Zahl der Hepatitis-Toten in den nächsten Jahren noch ansteigen, vermuten die Experten. Die meisten Patienten, die sich mit dem HC-Virus infizieren, seien verhältnismäßig jung und würden jetzt erst das Alter erreichen, in dem sie an den Hepatitis-C-bedingten Folgen wie etwa Leberzirrhose oder Leberkrebs erkranken. Zudem wüssten viele von ihrer Infektion noch gar nichts: die Dunkelziffer sei sehr hoch. Oft würde die Infektion auch übersehen und nicht als Todesursache ausgemacht werden.

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Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, die durch das Hepatitis-C-Virus ausgelöst wird. Übertragen wird das Virus über das Blut. Eine erhöhte Gefahr besteht daher für Drogenkonsumenten, etwa wenn sie das Spritzbesteck mit anderen Konsumenten teilen. Auch durch verunreinigte Instrumente beim Piercen oder Tätowieren kann das Virus übertragen werden. Die Krankheit verläuft in über 80 Prozent der Fälle chronisch und kann zu schweren Leberschädigungen führen. Eine Impfung gibt es derzeit nicht.

Vor 1990 konnten nur etwa 10 Prozent der Hepatitis-C-Patienten geheilt werden. Durch neue Medikamente konnte diese Rate bis zum Jahr 2011 auf nahezu 70 Prozent gesteigert werden. Innerhalb der nächsten fünf Jahre – so hoffen die Experten – könnten bis zu 90 Prozent der Hepatitis-C-Patienten durch Kombinationstherapien und neue Wirkstoffe geheilt werden. Wichtig sei aber vor allem, die Dunkelziffer der Infizierten abzubauen. Nur wenn eine Infektion bekannt ist, kann eine Therapie frühzeitig erfolgen und hat so die besten Erfolgsaussichten. Die Experten schlagen vor, in Vorsorgeuntersuchungen gezielter und großflächiger nach Hepatitis C zu suchen. Bislang empfiehlt das CDC eine sogenannte Screening-Untersuchung nur für Risikopatienten, etwa Menschen, deren Leberwerte erhöht sind oder bei denen eine Drogenabhängigkeit bekannt ist.

KK

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