Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Auch Ältere können noch Nieren spenden

Aktuelles

Zwei Frauen

Am häufigsten spenden Lebendspender ihre Organe einem nahen Familienangehörigen.
© tbel - Fotolia

Sa. 24. März 2012

Nierentransplantation: Alter des Spenders spielt keine Rolle

Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, sind nicht selten davon überzeugt, dass die Niere eines jüngeren Spenders auf lange Sicht besser sei als die eines älteren Organspenders. Dass diese Überzeugung falsch ist, konnten nun kanadische Forscher der University of British Columbia in Vancouver und der University of Toronto in einer Studie zeigen. Demnach hat das Alter des Spenders bei einer Lebendspende kaum Einfluss auf den Erfolg der Transplantation.

In der Studie werteten die Wissenschaftler die Ergebnisse aller Lebend-Nierenspenden aus, die in den USA in den Jahren 1988 bis Dezember 2003 bei Erwachsenen durchgeführt wurden. Besonders interessierten sich die Experten dabei für die "Überlebenswahrscheinlichkeit" der Organe. Dabei stellten sie fest, dass nur bei den jungen Organempfängern, die beim Eingriff zwischen 18 und 39 Jahre alt waren, das Alter des Spenders eine Auswirkung auf die Funktionsfähigkeit des gespendeten Organs hatte: sie profitierten in der Tat am meisten von der Organspende, wenn der Spender im gleichen Alter war. Nimmt man jedoch alle Altersgruppen zusammen, also alle Nierenpatienten im Alter zwischen 18 und 64 Jahren, konnten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen dem Alter des Organspenders und dem Erfolg der Transplantation feststellen.

Anzeige

Diese Ergebnisse sollten den Experten zufolge auch ältere Menschen zu einer Lebend-Organspende, bei der der Organspender eine seiner zwei gesunden Nieren spendet, ermuntern. In Zeiten immer knapper werdender Spenderorgane und immer häufiger auftretender Erkrankungen wie etwa Nierenversagen, für die eine Organtransplantation die einzige Behandlungsmöglichkeit ist, würden Lebend-Organspenden immer mehr an Bedeutung gewinnen. Allerdings gibt es gegenüber dieser Art der Organspende nach wie vor Vorbehalte. Medizinisch gesehen ist es für einen gesunden Menschen mit guter Nierenfunktion aber kein Problem, eine seiner Niere zu spenden. Beeinträchtigungen durch das Fehlen des Organs muss der Spender nicht befürchten, da die verbliebene Niere den Ausfall kompensiert.

Am häufigsten spenden Lebendspender ihre Organe einem nahen Familienangehörigen. Ein solches "Geschenk fürs Leben" machte etwa auch Frank-Walter Steinmeier im Jahr 2010 seiner Frau. Im selben Jahr entschieden sich 665 Menschen ebenso wie Steinmeier für die Lebend-Nierenspende. Damit machten die Lebendspenden bei den Nierentransplantationen nach Angaben der Stiftung Lebendspende immerhin einen Anteil von 22,6 Prozent aus.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Später Schulbeginn gleich bessere Noten?

Ein späterer Unterrichtsbeginn wirkt sich positiv auf die schulischen Leistung aus.

Weniger desinfizieren vermeidet Resistenzen

Der Einsatz von Desinfektionsmitteln im normalen Alltag scheint Antibiotikaresistenzen bei Bakterien zu fördern.

10 einfache Tipps gegen Winterspeck

Die Weihnachtszeit lockt mit vielen Leckereien. Diese Tipps helfen, das Gewicht zu halten.

Warum rotes Fleisch dem Herzen schadet

Eine große Rolle dabei spielen offenbar die Darmbakterien.

Erziehung beeinflusst Kinder mehr als Gene

Die Eltern haben einen großen Einfluss auf das soziale Verhalten ihrer Kinder.

Sport kurbelt den Stoffwechsel an

Dieser Effekt hält sogar mehrere Tage an, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Vorhofflimmern durch zu viel Salz?

Zu viel Salz im Essen erhöht nicht nur den Blutdruck, wie eine neue Studie zeigt.

Warum Patienten ihren Arzt anlügen

Viele Patienten wollen, dass ihr Arzt eine gute Meinung von ihnen hat.

Kampf gegen HIV noch lange nicht am Ende

Der Kampf gegen HIV verläuft in Europa nicht ganz so erfolgreich, wie geplant.

Mehr ADHS-Diagnosen bei Sommer-Kindern

Ein zu früher Schulstart führt bei Kindern häufig zu ADHS-Fehldiagnosen.

E-Zigaretten: Werbung verführt zum Rauchen

Werbeplakate und Fernsehspots beeinflussen Jugendliche stärker, als bislang gedacht.

Männer: Spielsucht verändert Gehirn

Zwanghaftes Zocken verändert bei Männern offenbar die Hirnaktivität.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen