Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Kinder: Schnarchen hat Folgen

Aktuelles

Schlafender kleiner Junge

Süßer kleiner Schnarcher? Von wegen. Kleinkinder, die schnarchen, werden später häufiger verhaltensauffällig.
© jörn buchheim - Fotolia

Di. 06. März 2012

Schnarchende Kleinkinder werden häufiger hyperaktiv

Eigentlich hört es sich ja niedlich an, wenn ein Kleinkind vor sich hin schnarcht. Allerdings ist Schnarchen auch bei Kindern nicht harmlos, wie eine Studie von Wissenschaftlern des Albert Einstein College of Medicine in New York in den USA zeigt. Demnach werden Kleinkinder, die im Alter von 6 bis 69 Monaten schnarchen, durch den Mund atmen oder gar nächtliche Atemaussetzer haben, im Alter von 7 Jahren häufiger verhaltensauffällig.

In der Studie wurden gut 9.000 Kinder beobachtet. Ausgehend von Angaben der Eltern wurden sie als Säuglinge in fünf verschiedene "Schnarchergruppen" unterteilt, je nachdem in welchem Alter das Schnarchen bzw. die Atemunregelmäßigkeiten auftraten und wann sie wieder abnahmen. Zusätzlich erfolgten regelmäßig Persönlichkeitstests.

Etwa 45 Prozent der Kinder zeigten keinerlei Atemauffälligkeiten während des Schlafs. Unter den Kindern, die als Säuglinge schnarchten oder Atemaussetzer hatten, zeigten sich im Alter von vier beziehungsweise sieben Jahren aber häufiger Auffälligkeiten in Persönlichkeitstests. So hatten die Kinder, die besonders heftig und lange unter Atmungsstörungen litten, im Alter von vier Jahren ein um fast fünfzig Prozent erhöhtes Risiko für Verhaltensauffälligkeiten, im Alter von sieben Jahren war ihr Risiko sogar verdoppelt.

Anzeige

Besonders häufig litten die kleinen Schnarcher unter Hyperaktivität. Zudem traten auch andere Verhaltensstörungen wie Aggressivität oder Regelüberschreitungen, Depressionen oder Angststörungen bei schnarchenden und im Schlaf unregelmäßig atmenden Kindern vermehrt auf. Auch bei den Kindern, die im Alter von 18 Monaten am heftigsten schnarchten, damit aber schon lange wieder aufgehört hatten, zeigte sich im Vergleich zu Kindern, die nie Beschwerden hatten, im Alter von sieben Jahren immer noch ein um 40 bis 50 Prozent erhöhtes Risiko für Verhaltensauffälligkeiten.

Atemschwierigkeiten bei Kindern sind recht häufig. Oft sind beispielsweise vergrößerte Mandeln oder Polypen eine Ursache für Schnarchen und Mundatmung. Ärzte sollten in den Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern gezielt nach Schnarchgeräuschen und Atmung fragen und Atemunregelmäßigkeiten im ersten Lebensjahr Ernst nehmen.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schnupfen-Sekret gibt Hinweis auf Erreger

Ein einfacher Test könnte zeigen, ob es sich um einen viralen oder bakteriellen Infekt handelt.

Parodontitis deutet auf Diabetes hin

Je schwerer die Entzündung, desto höher ist das Risiko für die Zuckerkrankheit.

Was bringt eine Testosteron-Therapie?

Forscher warnen: Dem Nutzen stehen auch Risiken gegenüber.

Fettes Essen schadet dem Körper sofort

Schon eine fettreiche Mahlzeit verändert den Zuckerstoffwechsel.

Was schützt wirklich vor Mückenstichen?

Forscher haben diverse Produkte zur Insektenabwehr getestet.

Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Ein Impfstoff mit lebendigen Erregern verspricht einen vollständigen Schutz.

Vitamin D schützt vor Erkältung und Grippe

Eine regelmäßige Einnahme halbiert das Risiko für einen akuten Atemwegsinfekt.

Immuntherapie: Zwei Jahre sind zu wenig

Eine länger andauernde Behandlung lindert Heuschnupfen-Symptome besser.

Mittelmeerkost schützt das Herz

Vor allem eine Extraportion Olivenöl wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Fischöl hilft bei allergischem Asthma

Für den positiven Effekt sind die Omega-3-Fettsäuren verantwortlich.

Sorgen Entzündungen für Depressionen?

Forscher haben einen neuen Ansatz zur Behandlung von Depressionen gefunden.

Woher kommen die Rückenschmerzen?

Durch einige Hinweise lässt sich eingrenzen, wo die Ursache für die Schmerzen liegt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen