Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Sport und Kaffee beeinflussen Erbgut

Aktuelles

Junger Mann trinkt Kaffee und liest eine Zeitung

Kaffee hat offenbar eine ähnliche Wirkung auf unser Erbgut wie sportliche Betätigung.
© Robert Kneschke - Fotolia

Do. 08. März 2012

Gene verändern sich durch Sport und Kaffee

Eigentlich würde man davon ausgehen, dass die Erbinformation, die auf unserer DNS hinterlegt ist, wie in Stein gemeißelt wäre – unveränderlich und für immer festgelegt. Wissenschaftler des Karolinska Institutet in Solna in Schweden konnten nun aber zeigen, dass schon zwanzig Minuten Sport sich in der DNS bemerkbar machen. Bei Koffein haben sie einen ganz ähnlichen Effekt festgestellt.

Die Wissenschaftler baten 14 junge, gesunde Testpersonen auf ein Fahrrad-Ergometer. Zwanzig Minuten mussten die eigentlich unsportlichen Studienteilnehmer in die Pedale treten. Das Erbgut wurde vor und nach der Übung untersucht. Nach dem Fahrradfahren hatte sich zwar der eigentliche genetische Code nicht gewandelt. Aber die chemische Struktur der DNS-Moleküle hat sich verändert. Es fanden sich deutlich weniger sogenannte Methylgruppen an der DNS. Diese Markierungen beeinflussen, wie die genetische Information ausgewertet wird. Meist werden Gene, an denen Methylgruppen liegen, nicht ausgelesen.

Anzeige

Weniger Methylgruppen wiesen vor allem diejenigen Gene auf, die den Stoffwechsel bei sportlicher Aktivität ankurbeln. Bei Versuchen mit Muskelgewebeproben in der Petrischale, konnten die Forscher feststellen, dass auch Koffein die Zahl der Methylgruppen an der DNS verringert. Koffein imitiert die Muskelkontraktionen beim Sport. Das bedeute zwar nicht, dass man statt der körperlichen Betätigung einfach nur eine Tasse Kaffee trinken müsse, um denselben Effekt zu erzielen, so die Wissenschaftler. Allerdings könne der Effekt durchaus gesteigert werden, wenn Sportler im Rahmen ihres Trainings auch Kaffee zu sich nehmen würden.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass unser Erbgut durchaus wandelbar ist – zumindest in Grenzen. Wissenschaftler nennen das epigenetische Veränderungen. Dass diese Veränderungen sinnvoll sind, ist eigentlich logisch. Jede Zelle unseres Körpers trägt den gleichen genetischen Code – und doch müssen sie unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Das kann nur funktionieren, wenn bestimmte Gene an- oder abgeschaltet werden.

KK

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Statine schützen vor Thrombose

Die Cholesterinsenker zeigen interessante "Nebenwirkungen".

Stress im Job erhöht Krebsrisiko

Auswirkungen zeigen sich jedoch erst nach einer bestimmten Zahl von Jahren.

Interessante Theorie zur Arteriosklerose

Deutscher Herzchirurg stellt die bisherige Lehrmeinung infrage.

Feinstaub kann Viren wecken

Nanopartikel aus Abgasen reaktivieren Krankheitserreger im Lungengewebe.

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Hörverlust durch Eisenmangel?

Ein Mangel kann zu Blutarmut führen und weitreichende Folgen haben.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen