Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung So entkommen Bakterien Antibiotika

Aktuelles

Patientin, Pflegerin und Ärztin im Krankenzimmer

Gerade in Krankenhäusern tummeln sich vielfach resistente Bakterien. Deren Bekämpfung ist ein ernstes medizinisches Problem.
© Techniker Krankenkasse

Mo. 02. April 2012

Wie Bakterien Antibiotika rausschmeißen

Bakterien haben zahlreiche Mechanismen entwickelt, um dem Angriff durch Antibiotika zu entkommen. Einen davon haben Frankfurter Wissenschaftler nun entschlüsselt.

Antibiotika-Resistenz stellt die moderne Medizin vor immense Probleme. Dass Bakterien dabei verschiedene Mechanismen entwickelt haben, um Antibiotika wirkungslos zu machen, erleichtert die Situation nicht gerade. Einer dieser Mechanismen besteht in einer Art Tunnel mit einer Pumpe. Eindringende Antibiotika-Moleküle werden dort abgefangen und einfach wieder nach draußen befördert. Wie dies im Detail funktioniert, haben Frankfurter Wissenschaftler nun entschlüsselt – der erste Schritt, um diesen Abwehrmechanismus zukünftig ausschalten zu können.

Anzeige

Und so funktioniert es: "Die Pumpen sind wie Mini-Staubsauger oder eher Antibiotika-Sauger", erklärt Doktorand Hi-jea Cha aus der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Klaas Martinus Pos. "Sie sichern das Überleben des Bakteriums, indem sie das Zellinnere von für sie gefährlichen Substanzen frei halten." Dabei verändert so eine Pumpe während dieses "Rausschmisses" ihre Gestalt in mehreren Schritten.

Im ersten Schritt wird das Antibiotikum auf halbem Weg zum Zellinneren abgefangen und in einer Art Tasche festgehalten. "Die Antibiotika-Moleküle werden dann durch einen Tunnel wieder in Richtung Zelläußeres gequetscht wie Nahrung durch die Speiseröhre zum Magen, sodass sie nicht zurückrutschen können", so Professor Pos.

Im zweiten Schritt wird das Antibiotikum in der Pumpe verankert. Dies bewirkt eine Gestaltveränderung der Pumpe, die einen weiteren Tunnel zur Außenseite öffnet und das Antibiotikum endgültig aus der Zelle entlässt. Zwischen den zwei Schritten gibt es eine Schaltstelle, deren genaue Funktion zurzeit aber noch eingehend untersucht wird.

Universität Frankfurt am Main/MP

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Poly-Pille senkt Blutdruck und LDL

Eine 4-in-1-Pille gegen Bluthochdruck und hohes Cholesterin könnte die Therapie verbessern.

Bewegungsmangel ist Gift für den Körper

Nach nur wenigen Tagen leidet die Gesundheit messbar.

Kein Haarausfall bei Chemotherapie

Forscher haben eine Möglichkeit gefunden, die gefürchtete Nebenwirkung der Chemotherapie einzudämmen.

Warum Schlafapnoe so gefährlich ist

Oft hängen nächtliche Atemaussetzer mit Bluthochdruck zusammen, der sich nur schwer behandeln lässt.

Herzinfarkt: Zögern ist gefährlich

Auch schleichend beginnende Beschwerden sind ein Notfall und müssen ernst genommen werden.

Vorurteile wirken sich auf Krebstherapie aus

Unverheiratete Patienten werden bei der Behandlung offenbar benachteiligt.

Warum wir zunehmen, wenn wir älter werden

Viele Menschen legen mit den Jahren an Gewicht zu, obwohl sie sich genauso ernähren wie zuvor.

Filter schützen vor Schlaganfall

Ein Filter, der in die Halsschlagader eingesetzt wird, schützt Patienten vor einem Schlaganfall.

Wie Hörgeräte die Gesundheit schützen

Ein unbehandelter Hörverlust kann Stürze, Depressionen und sogar Demenz nach sich ziehen.

Vegetarier haben ein gesünderes Herz

Wer auf Fleisch verzichtet, hat ein geringeres Risiko für eine Gefäßverkalkung.

Krebs tödlicher als Herz-Kreislauf-Leiden

In reichen Ländern ist Krebs mittlerweile die Todesursache Nummer eins.

Früher Tod durch süße Getränke?

Ab zwei Softdrinks täglich, egal ob mit Zucker oder Süßstoff, steigt das Risiko.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen