Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Schlafapnoe und Krebs

Aktuelles

Schlafender Mann

Atemaussetzer im Schlaf können zahlreiche Erkrankungen fördern.
© april_89 - Fotolia

Mo. 21. Mai 2012

Erhöht Schlafapnoe die Krebssterblichkeit?

Dass nächtliche Atemaussetzer, medizinisch Schlafapnoe genannt, das Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Depressionen und einen frühen Tod erhöhen, haben frühere Studien gezeigt. Eine aktuelle Untersuchung zeigt eine Verbindung zu einer erhöhten Krebssterblichkeit.

Anzeige

Patienten mit ausgeprägter Schlafapnoe sterben fünf Mal häufiger durch eine Krebserkrankung als Menschen ohne nächtliche Atemaussetzer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität von Wisconsin-Madison, USA. Es wird durch frühere Beobachtungen aus Tierversuchen gestützt. Auch wenn ein Zusammenhang klar erkennbar ist – ob die nächtlichen Atemaussetzer aber tatsächlich auch die Ursache für die erhöhte Sterblichkeit seien, könne man derzeit noch nicht beweisen, sagte Dr. F. Javier Nieto, Leiter der Studie.

Die Wissenschaftler haben Daten ausgewertet, die in einem Zeitraum von über 20 Jahren erhoben worden waren. Die naheliegende Vermutung, dass ein insgesamt ungesünderer Lebensstil erst zu Übergewicht führt, dann das Schnarchen verschlimmert und letztendlich die Krebssterblichkeit erhöht, kann hier ausgeschlossen werden: Der negative Einfluss der Schlafapnoe wirkte sich bei schlanken Teilnehmern stärker aus als bei übergewichtigen.

Frühere Tierversuche haben gezeigt, dass der Sauerstoffmangel im Blut, der eine Folge der Atemaussetzer ist, den Organismus dazu anregt, neue Blutgefäße zu bilden. Dies geschieht auch in möglicherweise vorhandenem Tumorgewebe – mit zwei wichtigen Konsequenzen: Auf die neuen Blutgefäße können Tumorzellen absiedeln und im ganzen Körper Tochtergeschwulste, sogenannte Metastasen, bilden. Gleichzeitig verbessert sich die Nährstoffversorgung des Tumors, was sein Wachstum anregt.

MP

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Neuer Wirkstoff senkt hohes Cholesterin

Bempedosäure könnte Patienten helfen, die keine Statine vertragen.

Psychische Probleme bei Jüngeren steigen

Experten führen das auf die vermehrte Nutzung von digitalen Medien zurück.

Zu viel Hygiene fördert Resistenzen

In sehr sterilen Umgebungen bilden sich resistente Keime eher.

Schwanger: Jede Zigarette ist riskant

Während und kurz vor der Schwangerschaft zu rauchen, erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

Schönheitsoperationen werden beliebter

Vor allem Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen werden immer häufiger durchgeführt.

Neue Therapie bei Darmentzündungen?

Die Behandlung könnte vor allem Personen mit schweren Symptomen helfen.

Tripper: Wenn Antibiotika versagen

In Europa werden häufiger Erreger gefunden, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen.

Mehr Snacks wegen Social Media?

Instagram & Co wirken sich offenbar auf das Essverhalten von Teenagern aus.

HIV: Patient nach Behandlung virenfrei

Ärzte hatten zuvor eine Stammzellentransplantation durchgeführt.

Schlaganfall: Höheres Gewicht hat Vorteile

Wer mehr Kilos auf die Waage bringt, überlebt einem Schlaganfall offenbar eher.

Obst und Gemüse tun der Psyche gut

Je mehr davon täglich auf dem Speiseplan steht, desto wohler fühlen wir uns.

Das Herz erkrankt selten an Krebs

Andere Organe sind deutlich anfälliger. Warum das so ist, erklärt ein Experte.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen