Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Bluthochdruck konsequenter senken

Aktuelles

Apothekerin misst Kundin den Blutdruck.

In vielen Apotheken gehört Blutdruck messen zum alltäglichen Service.
© ABDA

Do. 07. Juni 2012

Bluthochdruck: Nur jeder vierte Patient ausreichend behandelt

Nur schätzungsweise jeder vierte Bundesbürger mit Bluthochdruck wird dauerhaft ausreichend behandelt. Das sagte Professor Dr. med. Ulrich Laufs, Leitender Oberarzt am Universitätsklinikum des Saarlands bei der Pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer.

Anzeige

Lauf leitete seine Schätzung aus der 50:50:50-Regel ab: Weltweit ist der Blutdruck bei etwa 50 Prozent der Menschen über 50 Jahren zu hoch. Von den Erkrankten wissen nur etwa 50 Prozent, dass ihre Blutdruckwerte über 140/90 mmHg liegen. Ist die Krankheit bekannt, werden wiederum nur etwa 50 Prozent der Bundesbürger dauerhaft behandelt.

"Es gibt wirksame Medikamente gegen Bluthochdruck, aber rund jeder zweite Patient nimmt sie nicht wie vorgesehen ein. Das ist eine Zeitbombe. Denn Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für Demenz", erklärte Laufs. "Wer seinen Blutdruck senkt, reduziert sein Risiko für viele Erkrankungen, etwa Herzinfarkt, nachlassende Herzleistung oder Schlaganfall. Bereits kleine Änderungen verbessern das Krankheitsrisiko deutlich." Blutdrucksenkung lohne sich auch bei Menschen über 80 Jahren, so Laufs.

Die Therapietreue, auch Compliance genannt, ist für Behandlung von Bluthochdruck sehr wichtig. "Etwa ein Viertel bis ein Drittel aller verordneten Medikamente werden von Patienten nicht eingenommen", sagte Laufs. Die Therapietreue wird unter anderem beeinflusst von der Anzahl der einzunehmenden Arzneimittel und davon, zu welcher Wirkstoffklasse der Blutdrucksenker gehört. Laufs sieht hier Bedarf für langfristige Strategien und eine enge Zusammenarbeit von Ärzten, Apothekern, Pflegekräften, Angehörigen und Patienten.

ABDA/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schützt die Pille vor Rheuma?

Wer mit der Pille verhütet, hat ein geringeres Risiko für chronische Gelenkentzündungen.

“Serienmarathon” beeinflusst Schlaf

Exzessives Serienschauen sorgt mitunter für schlaflose Nächte.

Warum teurer Wein besser schmeckt

Verantwortlich dafür ist das Gehirn, das uns beim Probieren einen Streich spielt.

Wie Feinstaub der Gesundheit schadet

Verschmutzte Luft belastet den Stoffwechsel und begünstigt Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Schädigt Cannabis die Gefäße?

Durch Marihuana erhöht sich das Risiko, an den Folgen von Bluthochdruck zu sterben.

Beeinflusst das Wetter Gelenkschmerzen?

Es besteht offenbar ein anderer Zusammenhang als bislang vermutet.

Alkohol schädigt das junge Gehirn

Junge Menschen, die viel Alkohol trinken, zeigen Entwicklungsrückstände.

Halten Haustiere Kinder gesund?

Eine neue Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Wer sich einsam fühlt, stirbt früher

Soziale Isolation ist für die Gesundheit sogar gefährlicher als Übergewicht.

Yoga lindert Depressionen

Viele Studien belegen, dass Yoga der Psyche gut tut.

Bakterien profitieren vom Klimawandel

Die globale Erwärmung begünstigt die Ausbreitung vieler Infektionskrankheiten.

Zika-Virus: Infektion durch Küssen?

Forscher haben untersucht, ob das Virus über den Speichel übertragen werden kann.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen