Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Schmerzmittel Tramadol

Aktuelles

Schwester legt Patientin eine Infusion.

Im Krankenhaus werden z.B. nach Operationen relativ häufig Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Tramadol eingesetzt.
© Techniker Krankenkasse

Mo. 11. Juni 2012

Schmerzmittel: Test erkennt, bei wem Tramadol wirkt

Französische Wissenschaftler haben einen Test entwickelt, mit dem sie schnell und kostengünstig Patienten identifizieren können, die auf den schmerzlindernden Wirkstoff Tramadol nicht ansprechen. Das Ziel: Die Patienten möglichst schnell auf ein bei ihnen wirksames Medikament umzustellen.

Anzeige

Tramadol wird bei stärkeren Schmerzen häufig gegeben, doch fünf bis zehn Prozent der Patienten sprechen auf das schmerzlindernde Arzneimittel nicht an. Einen Gentest, mit dem man diese Patientengruppe identifizieren kann, gibt es bereits, doch der dauert für den Klinikalltag zu lange und ist teuer. Wissenschaftler einer Klinik in Caen, Frankreich, haben nun einen schnelleren und kostengünstigeren Test entwickelt. Er beruht auf der Bestimmung eines Umbauproduktes des Tramadols namens O-Demethyltramadol oder kurz ODT.

Der Hintergrund: Tramadol muss im Körper zunächst zum eigentlich wirksamen ODT aktiviert werden. Dies geschieht üblicherweise in der Leber mithilfe eines bestimmten Enzyms. Fehlt dies, bleibt die Aktivierung – und damit die Schmerzlinderung – aus. Um die Patienten zu identifizieren, denen das Enzym fehlt, fanden die Wissenschaftler einen einfachen und effektiven Weg: Sie bestimmen 24 Stunden nach der Gabe des Schmerzmittels das Verhältnis von ODT zu Tramadol im Blut. Ist es geringer als 0,1, deutet das darauf hin, dass der Patient nicht auf Tramadol anspricht. Das Enzym spiele auch für weitere Arzneistoffe eine Rolle, erläuterte Dr. Laurent Varin. Das Wissen, ob ein Patient es bilden könne oder nicht, helfe bei der Auswahl geeigneter Medikamente.

MP

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Bei Colitis ulcerosa fehlen Darmbakterien

Patienten fehlt eine Bakterienfamilie, die schützende Substanzen produziert.

Lungenfunktion sinkt bei Übergewicht

Mit jedem Kilo zu viel auf der Waage verschlechtert sich die Lungenfunktion.

Gesund leben schützt vor vielen Krankheiten

Mehrere Krankheiten auf einmal: Das Risiko dafür steigt, wenn wir ungesund leben.

Symptome googeln schadet der Psyche

Schon nach fünf Minuten Recherche fühlen sich viele Menschen schlechter als vorher.

Pilz zapft Eisenreserven an

Der resistente Pilz Candida glabrata ist für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich.

Viele Sexpartner steigern Krebsrisiko

Wer mehr als zehn Sexualpartner im Laufe seines Lebens hatte, ist gefährdet.

Je mehr Zucker, desto weniger Vitamine

Essen wir viele Süßigkeiten, greifen wir gleichzeitig seltener zu gesunden Lebensmitteln.

Gürtelrose-Impfung gegen Schlaganfall

Senioren profitieren von einer Impfung gleich in mehrfacher Hinsicht.

Frauen gehen zu sorglos mit Alkohol um

Viele Frauen über 50 trinken riskante Mengen Alkohol, ohne sich darüber im Klaren zu sein.

ADHS wegen Vitamin-D-Mangel?

Ein Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft ist ein Risiko für das ungeborene Baby.

Hautentzündungen durch Fast Food?

Zu viel Fett und Zucker könnten das Risiko für Schuppenflechte erhöhen.

Coronavirus: Impfstoff in Rekordzeit?

Weltweit arbeiten Forscher mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen