Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Grippe-Ansteckung ohne Symptome

Aktuelles

Grippekranker Mann im Bett

Ansteckungsgefahr: Grippekranke können ihre Mitmenschen mit dem Virus infizieren, bevor man die ersten Anzeichen bemerkt.
© Techniker Krankenkasse

Fr. 31. August 2012

Grippeviren werden vor Krankheitsausbruch übertragen

Grippeviren reisen schon von einem zum anderen, wenn noch gar keine Symptome zu erkennen sind. Das haben britische Forscher anhand von Experimenten mit Frettchen herausgefunden. Die Tiere reagieren auf Grippeerreger ähnliche wie Menschen. Die Ergebnisse würden erklären, warum es so schwierig ist, Epidemien in Schach zu halten.

Anzeige

Die Versuche mit Frettchen zeigten, dass die Tiere schon 24 Stunden, nachdem sie selbst mit Grippeviren in Kontakt gekommen waren, den Erreger an ihre Artgenossen weitergaben. Bei ihnen selbst erhöhte sich die Temperatur erst nach 45 Stunden, und erst nach zwei Tagen mussten infizierte Tiere Niesen, berichten die Forscher in der Online-Fachzeitschrift PLoS One. Letzteres bestätigt, was vorangegangene Studien herausgefunden haben: Das Niesen ist für die Viren-Verbreitung nicht notwendig. Die Krankheitserreger reisen vielmehr mit Tröpfchen, die beim normalen Atmen in die Luft abgegeben werden.

Für die Eindämmung von Epidemien bedeute dies, dass die Ausbreitung der Grippe zum Beispiel durch Selbstdiagnosen oder Maßnahmen wie Temperaturmessungen an Flughäfen, nur schwer zu kontrollieren sei, so die Forscher. Die Ergebnisse sprechen auch für Grippeimpfungen von Personen in medizinischen Berufen. Ohne Impfung könnten infizierte Ärzte und Krankenschwestern den Virus in kurzer Zeit an viele Patienten weiterreichen.

Interessanterweise wurde die Grippe im späten Stadium der Krankheit, nach fünf oder sechs Tagen, deutlich seltener an andere Tiere übertragen. Für Menschen könne dies heißen, dass man schon kurz nachdem die Symptome verschwunden sein, wieder zur Arbeit oder in die Schule gehen könne, da die Ansteckungsgefahr sehr gering sei, so die Forscher. Sie verweisen jedoch darauf, dass weitere Studien nötig seien, bevor ihre Ergebnisse aus den Versuchen mit Frettchen auf den Menschen übertragen werden könnten.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tanzen schützt Herz und Gehirn

Zwei Studien zeigen die diversen Vorteile von Tanzsport auf die Gesundheit.

Magersucht ist auch genetisch bedingt

Die Ursache für die Krankheit liegt offenbar auch in den Genen.

H1N1-Impfung: Risiko für Babys?

Forscher haben Kinder untersucht, deren Mütter in der Schwangerschaft gegen Schweinegrippe geimpft wurden.

CT nach kurzer Ohnmacht ist unnötig

Trotzdem erhalten viele Patienten eine Computertomografie des Schädels.

Nahrungsergänzung: Was ist sinnvoll?

Forscher haben viele Studien ausgewertet und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis.

Was Kinder von Trickfilmen lernen

Zeichentrickfilme können Werte und Sprachfertigkeiten vermitteln.

Sport immer zur gleichen Uhrzeit?

Es lohnt sich, für das Training feste Zeiten am Tag einzuplanen.

Schon fünf Zigaretten pro Tag sind tödlich

Raucher haben ein dreifach höheres Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben.

Schützt Intervallfasten vor Diabetes?

Für eine gewisse Zeit auf Nahrung zu verzichten, hat mehrere Vorteile für die Gesundheit.

Hoher Blutdruck durch Vitamin-D-Mangel?

Unterversorgte Babys haben im späteren Leben ein höheres Risiko für Bluthochdruck.

Enkelkinder vor Arzneimitteln schützen

Viele Großeltern denken nicht daran, ihre Tabletten an sicheren Orten aufzubewahren.

Soziales Engagement für das Gehirn

Soziale Kontakte und ehrenamtliche Arbeit könnten für Senioren besonders wichtig sein.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen