Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Dauergebrauch von Abführmitteln sinnvoll

Aktuelles

Klopapierrolle

Wenn das Toilettenpapier unangetastet bleibt, sind Abführmittel eine Option.
© ajfi - Fotolia

Mo. 17. September 2012

Verstopfung: Dauergebrauch von Abführmitteln sinnvoll

Bei Patienten mit chronischer Verstopfung ist eine langfristige Einnahme von Abführmitteln sinnvoll und unbedenklich. Das erklärte die Medizinerin Dr. Viola Andresen auf einer Pressekonferenz kurz vor Beginn des Kongresses "Viszeralmedizin" in Hamburg.

Anzeige

"Verstopfungen werden oft verharmlost, auch wenn schwere Störungen vorliegen", so die Ärztin von der Medizinischen Klinik des Israelitischen Krankenhauses in Hamburg. Dabei ist der Leidensdruck der Betroffenen groß. Es gebe keine Daten, die diesen Patienten Angst vor einer maßvollen Dauermedikation machen müssten, so Andresen. Ausnahmen sind Patienten mit Verstopfung aufgrund psychischer Erkrankungen oder Essstörungen. Außerdem sollte ein Arzt vor der Behandlung die Ursache der Verstopfung abklären, zum Beispiel, ob eine Grunderkrankung wie eine Schilddrüsenfehlfunktion vorliegt, oder ob Medikamente wie Opiate den Darm lähmen.

Bei der Therapie der Erkrankung stehen eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung an erster Stelle, gefolgt von Ballaststoffpräparaten wie Flohsamen und Weizenkleie. Dies reiche jedoch bei vielen Patienten nicht aus. "Ballaststoffe bringen nur etwas bei gesundem Darm", mahnte Andresen. Auch der Rat, mehr zu trinken, helfe nicht weiter, wenn der Patient bereits zwei bis drei Liter am Tag trinkt.

Falls diese Basismaßnahmen nicht helfen, kommen als Therapie der ersten Wahl Macrogol, Bisacodyl und Natriumpicosulfat zum Einsatz. In die zweite Reihe gerückt sind Lactulose und andere Zucker sowie Anthrachinone. "Die Patienten finden dabei oft ihr eigenes Einnahmeschema", so Andresen. "Wenn sie gut wirken und der Patient sie verträgt, können Abführmittel auch längerfristig eingesetzt werden."

DB/PZ

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Macht Essen und Trinken glücklich?

Lebensmittel wirken sich offenbar nicht so positiv auf die Stimmung aus wie Getränke.

Nussallergie: Nicht alle Sorten sind tabu

Die Ergebnisse von Haut- und Bluttests sind nicht immer eindeutig.

Geistiger Abbau durch Insulinresistenz?

Mit einem gesunden Lebensstil und Medikamenten lässt sich vorbeugen.

Anti-Aging-Pille rückt in greifbare Nähe

Der Wirkstoff soll altersbedingte DNA-Schäden reparieren.

Empathie dämmt Krankheiten ein

Forscher haben untersucht, wie sich die Ausbreitung von Infekten stoppen lässt.

Tiefe Hirnstimulation lindert Depressionen

Die Therapie zeigt bei schweren, bislang nicht behandelbaren Depressionen gute Erfolge.

Teetrinken schützt vor geistigem Abbau

Wer täglich eine Tasse trinkt, senkt sein Risiko für Demenz deutlich.

Tumore erhöhen das Thrombose-Risiko

Forscher sind der Ursache für diese häufige Komplikation auf den Grund gegangen.

Lässt sich Diabetes rückgängig machen?

Eine Kombination aus drei Maßnahmen könnte das Fortschreiten der Zuckerkrankheit aufhalten.

Herzstillstand durch Schmerzmittel?

Diclofenac und Ibuprofen erhöhen das Risiko deutlich, wie eine neue Studie zeigt.

Kinder verlängern das Leben

Für ein Elternteil gilt das offenbar besonders, wie eine neue Studie zeigt.

Mobbing hat Folgen für die Gesundheit

Psychischer Stress im Kindesalter erhöht das Risiko für diverse Krankheiten.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen