Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Nicht deklarierte Giftstoffe im Rauch

Aktuelles

Mann raucht Zigarette.

Zigaretten sind weit giftiger, als aus den Angaben auf der Packung zu ermessen ist.
© massimilianofr - Fotolia

Do. 04. Oktober 2012

Nicht deklarierte Giftstoffe in Zigaretten

Angaben zum Gehalt an Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid sind auf Zigarettenpackungen Pflicht. Doch wie giftig der Rauch einer Zigarette tatsächlich ist, lässt sich daraus nicht einschätzen, berichten spanische Forscher.

Anzeige

Die Chemieingenieure der Universität von Alicante hatten vor allem jene Giftstoffe unter die Lupe genommen, die nicht auf der Zigarettenpackung vermerkt sind, darunter hochgiftige und krebserregende Verbindungen. Obwohl die Zigaretten der getesteten Marken ein sehr ähnliches Spektrum an Giftstoffe produzierten, gab es teilweise deutliche Unterschiede bei den Mengen der einzelnen Bestandteile des Rauchs, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology. Das galt besonders für Isopren, Crotonaldehyd und Toluol, die zu den stark krebserregenden und schädlichen Stoffen zählen. Ähnlich sah es bei der Analyse feinster Partikel aus. Hier wichen die schädlichen Stoffe Hydrochinon und Cotinin vom gängigen Muster ab und traten bei einigen Marken häufiger auf als in anderen.

Das Fatale daran ist, dass die Menge dieser Giftstoffe nicht mit den Angaben auf der Verpackung, etwa für Teer, in Zusammenhang zu bringen ist. Zigaretten mit geringem Teergehalt, setzten nicht automatisch auch geringere Mengen anderer gasförmiger Verbindungen frei. Die Marke, bei der am meisten Isopren, Toluol und Crotonaldehyd entstand, enthielt eine geringere Menge an Teer als der Durchschnitt. "Wir sollten daher nicht davon ausgehen, dass eine Zigarette, die mehr Teer erzeugt, toxischer sein muss, als eine andere, die weniger produziert", so María Isabel Beltrán, eine der Autoren. Verschiedene Tabakzusätze, die die Wissenschaftler im Rahmen ihrer Forschung getestet und entwickelt haben, könnten künftig helfen, die Menge an Schadstoffen in Zigaretten zu verringern, so die Hoffnung.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Warum Frauen öfter Migräne haben

Die Hormone könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Wo sich Keime im Flugzeug wohl fühlen

Auf bestimmten Oberflächen tummeln sich besonders viele Erreger.

Warum Handys die Augen schädigen

Blaues Licht zerstört offenbar Zellen im Auge, die für das Sehen zuständig sind.

Eltern sind wichtiger als Freunde

Das gilt auch für junge Erwachsene, wie eine neue Studie zeigt.

Vielseitige Ernährung nicht immer gesund

Wer sich vielseitig ernährt, nimmt häufig auch mehr Kalorien zu sich.

Alkohol macht Lust auf Ungesundes

Bier, Wein & Co wirken sich auch auf unsere Ernährungsgewohnheiten aus.

Neues Medikament beugt Herzinfarkt vor

Der Wirkstoff greift Darmbakterien an, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten beteiligt sind.

Bakterien trotzen Desinfektionsmittel

Krankenhauskeime werden zunehmend resistent gegenüber Desinfektionsmitteln.

Psychische Krankheit wegen Virus?

Ein Herpesvirus könnte für Depressionen und bipolare Störungen verantwortlich sein.

Pflegende Angehörige schlafen oft schlecht

9 von 10 Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen pflegen, leiden unter Schlafmangel.

Kopfverletzung: Bluttest statt CT?

Der Test liefert deutliche Hinweise auf schwere Komplikationen wie Hirnblutungen.

Länger ansteckend bei Übergewicht?

Das Körpergewicht könnte für die Verbreitung der Grippe eine Rolle spielen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen