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Graffiti auf der Berliner Mauer.

Auch Jahrzehnte nach dem Mauerfall leiden viele ehemalige politische Gefangene der DDR unter den Folgen der Inhaftierung.
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Fr. 26. Oktober 2012

Traumafolgen lange nach dem Mauerfall

Jeder Dritte ehemalige politische Häftling der DDR leidet auch heute noch unter Schlafstörungen, Alpträumen und unmotiviertem Erschrecken. Diese posttraumatischen Belastungsstörungen haben Wissenschaftler aus Deutschland und der Schweiz nachgewiesen.

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Mitte der 1990er-Jahre hatten Professor Dr. Andreas Maercker, Leiter der Abteilung Psychopathologie der Universität Zürich, und Dr. Matthias Schützwohl von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der TU Dresden 146 ehemalige politische Inhaftierte befragt. 15 Jahre danach haben sie die Mehrzahl der Betroffenen, 78 Männer und 15 Frauen, noch einmal untersucht.

"Zu unserer Überraschung ist die posttraumatische Belastungsstörung immer noch bei einem Drittel der Untersuchten vorhanden", fasst Maercker die Resultate zusammen. "Einige sind im Vergleich zu vor 15 Jahren genesen, aber bei anderen hat sich die Belastungsstörung erst in den letzten Jahren manifestiert." Andere psychische Störungen nahmen während der 15 Jahre ab. So waren spezifische Phobien wie die Klaustrophobie weniger häufig. Ebenso nahm die Anzahl der Alkohol- oder Medikamentenabhängigen ab. Um das Vierfache angestiegen auf 41 Prozent der Untersuchten ist im letzten Jahr allerdings die Zahl der Personen mit akuten Depressionen.

Bisher fehlten in Deutschland zuverlässige Angaben über die psychischen Langzeitfolgen der politischen Inhaftierung in der DDR.

RF

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