Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Machen unterdrückte Gefühle krank?

Aktuelles

Frau mit grünen Augen lächelt

Menschen, die negative Gefühle verdrängen, haben für manche Krankheiten tatsächlich ein erhöhtes Risiko.
© mauritius images

Do. 22. November 2012

Machen unterdrückte Gefühle krank?

Wer unangenehme Gefühle verdrängt, wird über kurz oder lang krank. Diese Theorie ist zwar weit verbreitet, wurde bisher aber nie bewiesen. Psychologen der Universität Jena sind jetzt der Frage nachgegangen, ob an der Theorie tatsächlich etwas dran ist.

Anzeige

Sie fanden heraus, dass zwischen der Verdrängung und einigen Krankheiten ein Zusammenhang besteht. So ist bei Menschen, die negative Gefühle unterdrücken, häufig der Blutdruck erhöht. Auch für Krebs konnten die Forscher für diese Menschen ein höheres Risiko feststellen. Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen unterdrückten negativen Gefühlen und anderen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen generell, Herzinfarkte oder Asthma konnten die Wissenschaftler jedoch nicht finden.

In einer Übersichtsarbeit hatten die Jenaer Psychologen die Ergebnisse aus 22 Studien analysiert. Im Mittelpunkt der Arbeiten standen Menschen, die von Psychologen als "Represser" bezeichnet werden. Dies seien Personen, die einerseits angeben, so gut wie keine Angst zu verspüren. Auf der anderen Seite verhielten sie sich jedoch defensiv, also wenig risikofreudig und immer bemüht, sich und die jeweilige Situation unter Kontrolle zu halten. Werden Menschen, die negative Gefühle unterdrücken, krank, bedeute dies übrigens nicht, dass die Erkrankung deshalb auch schwerer verlaufe als bei anderen, so die Wissenschaftler. Im Gegenteil: Das Bedürfnis, alles unter Kontrolle zu haben, erstrecke sich auch auf die Krankheit. Represser seien daher oft sehr diszipliniert und motiviert wenn es darum gehe, den Lebensstil an die Krankheit anzupassen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Bluthochdruck: Keine Frage des Alters?

Der Lebensstil hat offenbar einen viel größeren Einfluss auf den Blutdruck.

Heißes Bad: Gleicher Effekt wie Sport?

Baden verbessert offenbar die Entzündungswerte und den Stoffwechsel.

Sind Blüten im Essen unbedenklich?

Einige Wildblüten enthalten Stoffe, die der Gesundheit schaden können.

Neue Therapie für Restless Legs?

Die Behandlung des Restless Legs Syndroms könnte künftig zielgenauer und besser werden.

Blutfette auch bei Kindern kontrollieren

Zu hohe Cholesterinwerte sind bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit mehr.

Frühstücken schützt vor Diabetes

Wer häufig das Frühstück auslässt, erkrankt eher an Typ-2-Diabetes.

Krankes Herz durch schlechte Zähne

Dieser Zusammenhang hat sich bereits in vielen Studien gezeigt.

Sind Impfungen schuld an Allergien?

Forscher haben diese verbreitete Annahme näher untersucht.

Mehr Tote durch resistente Bakterien

Auch in Deutschland sterben immer mehr Menschen an Antibiotika-resistenten Keimen.

Toxoplasmose ändert Hirnstoffwechsel

Das könnte zu Erkrankungen wie Depressionen oder Schizophrenie führen.

Tennisarm: Beste Therapie ist Geduld

Forscher haben 11 Behandlungsmöglichkeiten miteinander verglichen.

Inkontinenz: Für viele Frauen ein Tabu

Fast jede zweite Frau über 50 leidet darunter, die wenigsten suchen sich jedoch Hilfe.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen