Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Demenz-Vorsorge: Sensor misst Hirndruck

Aktuelles

Ältere Frau sitzt mit geschlossenen Augen im Freien und genießt die Sonne

Eine schöne Vorstellung: Sorglos älter werden ohne die Angst, vom Ausbruch einer Demenz überrascht zu werden.
© Danel - Fotolia

Mo. 03. Dezember 2012

Demenz-Vorsorge: Sensor misst Hirndruck

Bis zu einem Zehntel aller Demenzerkrankungen sind auf eine Druckerhöhung im Gehirn zurückzuführen. Darauf weist das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) hin. Forschern des Instituts ist es gelungen, einen Sensor zu entwickeln, der sich zum Implantieren eignen könnte.

Anzeige

Warum der Druck im Gehirn bei einigen Menschen ansteigt, ist ungeklärt, sicher sind jedoch die Konsequenzen: Die Durchblutung des Gehirns wird gestört. Auf Dauer können so Teile des Gehirns absterben. Die Folge: Demenz. Da der Druck im Gehirn schwankt, lässt sich die Krankheit nur nach einer längeren Messung im Krankenhaus diagnostizieren, zu der von außen ein Messfühler durch die Schädeldecke bis zum Hirn geführt wird. Der Patient bleibt mindestens für mehrere Tage über Kabel mit der Messapparatur verbunden. Daher suchen Firmen suchen schon seit Langem nach Überwachungssensoren, die sich ins Hirn implantieren und von außen auslesen lassen. Das Problem bei bisherigen Sensoren war jedoch, dass sie nach wenigen Tagen unbrauchbar wurden, weil Feuchtigkeit eindrang.

Forschern des IBMT ist es nun gelungen, einen Sensor zu entwickeln, der der Feuchtigkeit standhält: Der Sensor mit Titanhülle ähnelt einer dicken Knopfzelle. Er ist etwa einen Zentimeter hoch und zwei Zentimeter breit. Die kleine "Metalldose" reagiert auf Druckänderungen im Gehirn und überträgt den Messwert über einen Funkimpuls nach draußen zum Messgerät. Patienten könnten den Sensor über viele Monate oder gar mehrere Jahre tragen, ohne dass eine weitere Operation nötig sei, da er ohne Batterie auskomme. Bis zu einer möglichen Anwendung beim Menschen wird es aber noch seine Zeit dauern. Das IBMT sucht eine Firma, mit der zusammen der Sensor zu einem marktreifen Produkt weiterentwickelt werden kann.

PZ

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Rauchen: Folgen werden unterschätzt

Raucher sehen die negativen Auswirkungen oft weniger kritisch als Nichtraucher.

Medikamente gegen Dauermigräne im Test

Neue Antikörper-Wirkstoffe könnten künftig die Migränetherapie ergänzen.

Schlafen reinigt das Hirn

Im Tiefschlaf werden schädliche Stoffwechselprodukte aus dem Gehirn entfernt.

Innovativ gegen Demenz und Krebs

Die Forschung testet ungewöhnliche Wege, um Medikamente ins Hirn einzuschleusen.

Heuschnupfen: jetzt noch vorbeugen

Mit einer sogenannten Hyposensibilisierung kann man im Winter starten.

Schadet Paracetamol dem Ungeborenen?

Das Schmerzmittel könnte die Sprachentwicklung bei Mädchen stören.

Diese Übungen stärken das Herz

Mit diesem Trainingsprogramm lässt sich einer Herzschwäche vorbeugen.

Mandel-OP: Ingwer lindert Schmerzen

Die Knolle beschleunigt zudem die Wundheilung, wie eine neue Studie zeigt.

Wiederholtes Impfen gegen schwere Grippe

Vor allem Senioren profitieren, wenn sie sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Ballaststoffe: Mit Müsli gegen Arthritis?

Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt offenbar Gelenkerkrankungen vor.

Angststörungen durch zu wenig Schlaf?

Schlafmangel und psychische Probleme stehen laut US-Forschern in Zusammenhang.

Erhöht Kuhmilch das Diabetes-Risiko?

Eine Studie hat untersucht, ob veränderte Babynahrung hier gegensteuern kann.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen