Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Rauchen: Gehirn langfristig gestört

Aktuelles

Hirn-Scans von Rauchern, Ex-Rauchern und Nichtrauchern

An den Hirnscans kann man erkennen, wie viele Bindungsstellen für den Nervenbotenstoff Glutamat im Gehirn vorhanden sind. Viel Rot bedeutet viele Bindungsstellen: links Raucher, Mitte Ex-Raucher, rechts Nichtraucher.
© UPD, Universität Bern / PET-Zentrum, Universitätsspital Zürich

Do. 20. Dezember 2012

Rauchen beeinträchtigt das Gehirn langfristig

Die Auswirkungen von Tabakrauchen auf das menschliche Gehirn sind offenbar stärker und langanhaltender, als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommen Schweizer Wissenschaftler der Universitäten in Bern und Zürich in einer Studie.

Anzeige

Sie hatten untersucht, wie sich das Glutamat-System bei Rauchern, Ex-Rauchern und Nichtrauchern unterscheidet. Glutamat ist ein Gehirnbotenstoff, der bei der Entstehung von Abhängigkeiten, unter anderem auch bei der Nikotin-Sucht, eine wichtige Rolle spielt. Die Forscher fanden heraus, dass die Menge eines speziellen Glutamat-Rezeptors im Gehirn von Rauchern um durchschnittlich 20 Prozent verringert war, in manchen Gehirnregionen sogar um bis zu 30 Prozent. Erstaunt hatte die Wissenschaftler zudem, dass sich das Glutamat-System auch nach einem Rauchstopp nur sehr langsam zu erholen scheint. Selbst nach 25 Wochen Zigaretten-Abstinenz war die Menge des Rezeptor-Proteins noch um 10 bis 20 Prozent verringert.

Die Veränderung des Glutamat-Systems durch das Rauchen sei stärker als bisher angenommen, so Gregor Hasler von der Universität Bern. Die lange Zeit, die das System brauche, um sich wieder zu normalisieren, trage wahrscheinlich zu der hohen Rückfallquote von Ex-Rauchern bei, so die Vermutung. Die Forscher hoffen nun, dass ihre Erkenntnisse dazu beitragen könnten, neue Medikamente zu entwickeln, die in der Lage seien, das Rückfallrisiko, die Entzugssymptome und andere psychische Folgen des Nikotinkonsums zu verringern.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Alkohol schädigt auch Abstinenzler

Alkoholkonsum birgt Risiken - nicht nur für denjenigen, der selbst trinkt.

Neuer Wirkstoff senkt hohes Cholesterin

Bempedoinsäure könnte Patienten helfen, die keine Statine vertragen.

Psychische Probleme bei Jüngeren steigen

Experten führen das auf die vermehrte Nutzung von digitalen Medien zurück.

Zu viel Hygiene fördert Resistenzen

In sehr sterilen Umgebungen bilden sich resistente Keime eher.

Schwanger: Jede Zigarette ist riskant

Während und kurz vor der Schwangerschaft zu rauchen, erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

Schönheitsoperationen werden beliebter

Vor allem Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen werden immer häufiger durchgeführt.

Neue Therapie bei Darmentzündungen?

Die Behandlung könnte vor allem Personen mit schweren Symptomen helfen.

Tripper: Wenn Antibiotika versagen

In Europa werden häufiger Erreger gefunden, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen.

Mehr Snacks wegen Social Media?

Instagram & Co wirken sich offenbar auf das Essverhalten von Teenagern aus.

HIV: Patient nach Behandlung virenfrei

Ärzte hatten zuvor eine Stammzellentransplantation durchgeführt.

Schlaganfall: Höheres Gewicht hat Vorteile

Wer mehr Kilos auf die Waage bringt, überlebt einem Schlaganfall offenbar eher.

Obst und Gemüse tun der Psyche gut

Je mehr davon täglich auf dem Speiseplan steht, desto wohler fühlen wir uns.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen