Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Rauchen kostet mehr Lebenszeit als HI-Virus

Aktuelles

Nahaufnahme einer Raucherin mit Zigarette

Ein 35 Jahre alter HIV-Patient, der durchgehend raucht, hat eine Lebenserwartung von 62,6 Jahren, ein HIV-infizierter Nichtraucher von 78,4 Jahren.
© Marcito - Fotolia

Mi. 19. Dezember 2012

HIV-Infektion: Rauchen kostet mehr Lebenszeit als Virus

Rauchende HIV-Patienten, die medizinisch gut versorgt sind und freien Zugang zu modernen Therapieformen haben, verlieren mehr Lebensjahre durch das Rauchen als durch die HIV-Infektion. Zu diesem Ergebnis kommt eine dänische Studie, die in der Zeitschrift Clinical Infection Disease veröffentlich wurde.

Anzeige

Die geschätzte Lebenserwartung von HIV-Patienten hänge deutlich mit ihrem Raucher-Status zusammen, schreiben die Autoren der Studie. So habe ein 35 Jahre alter HIV-Patient, der durchgehend raucht, eine Lebenserwartung von 62,6 Jahren, ein HIV-infizierter Nichtraucher von 78,4 Jahren. Der Verlust an Lebensjahren durch Rauchen sei doppelt so hoch wie der durch die HIV-Infektion verursachte Verlust. Damit beeinflusst Rauchen die Lebenserwartung wesentlich stärker als die HIV-Infektion selbst. Das Rauchen scheint zudem die Gesundheit von HIV-Infizierten noch stärker zu beeinträchtigen als die von nicht infizierten Menschen.

Früher kam eine HIV-Diagnose fast einem Todesurteil gleich. Zwar ist die Krankheit auch heute noch nicht heilbar, doch lässt sich dank neuer Therapiemöglichkeiten, wie der antiretroviralen Therapie, die Virenvermehrung stark drosseln. Mit einer guten medizinischen Versorgung haben viele HIV-Patienten heute eine fast normale Lebenserwartung. Damit rücken andere Gesundheitsaspekte wieder ins Blickfeld, zum Beispiel das zusätzliche Gesundheitsrisiko, dass durch Rauchen verursacht wird.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Stress im Job erhöht Krebsrisiko

Auswirkungen zeigen sich jedoch erst nach einer bestimmten Zahl von Jahren.

Interessante Theorie zur Arteriosklerose

Deutscher Herzchirurg stellt die bisherige Lehrmeinung infrage.

Feinstaub kann Viren wecken

Nanopartikel aus Abgasen reaktivieren Krankheitserreger im Lungengewebe.

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Hörverlust durch Eisenmangel?

Ein Mangel kann zu Blutarmut führen und weitreichende Folgen haben.

JQ1 lässt Hodenkrebs schrumpfen

Ein neuer Arzneistoff wirkt im Tierversuch bei schwer behandelbaren Krebsformen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen