Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Warum die Deutschen wenig Kinder kriegen

Aktuelles

Kleinkind in Krabbelstube

Unter Dreijährige, die nicht zuhause betreut werden: In Ostdeutschland ist die Aktzeptanz dafür größer.
© Claudia Paulussen - Fotolia

Mo. 17. Dezember 2012

Warum Kinderkriegen in Deutschland so unattraktiv ist

Deutschland gehört weltweit schon seit Jahrzehnten zu den Ländern mit der niedrigsten Geburtenziffer. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) hat nun untersucht, ob die Deutschen einfach nur keine Lust auf Kinder haben und was die wirklichen Gründe sind.

Während die Menschen in einer ganzen Reihe von europäischen Ländern in den letzten Jahren wieder mehr Nachwuchs bekommen haben, ist das Kinderkriegen in Deutschland so unattraktiv wie nie zuvor. Aber warum? Die aktuelle Untersuchung des BIB zeigt, dass das vor allem an der schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft sowie der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung für berufstätige Mütter liegt.

Anzeige

Die Untersuchung zeigt darüber hinaus, dass sich die Ursachen für diese Geburtenentwicklung in West- und Ostdeutschland unterscheiden. In den alten Bundesländern herrscht nach wie vor das kulturelle Leitbild der "guten Mutter" vor. Demnach gehört die Mutter zum Kind. Es sollte bis zum dritten Lebensjahr nicht in Kindertagesstätten betreut werden, weil die Mutter erwerbstätig sein will. Wählen Frauen nicht diesen Weg, gelten sie in Westdeutschland schnell als "Rabenmütter". Daher entscheiden sich viele Frauen im Zweifel gegen ein Kind.

Anders in den neuen Bundesländern: Hier bekommen mehr Menschen Nachwuchs. Das liegt daran, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hier größer ist. Zum einen gibt es mehr Betreuungsangebote für unter Dreijährige. Zum anderen ist die Akzeptanz größer, wenn die Kleinen außerhäuslich betreut werden. In Ostdeutschland werden die Kinderzahlen dagegen eher durch die häufiger vorkommenden unsicheren Perspektiven begrenzt.

BIB/FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Gängige Pille drückt die Stimmung

Eine der häufigsten Wirkstoffkombinationen zur Verhütung scheint die Lebensqualität zu senken.

Herzinfarktform, die eher Jüngere betrifft

Die spontane Koronardissektion tritt häufiger bei Frauen auf.

Ständig laufende Nase durch dreckige Luft

US-Forscher zeigen, welche Prozesse Feinstaub in Nase und Nebenhöhlen auslöst.

Viele Kinder schlafen im Bett der Eltern

Nicht nur Babys: Das setzt sich teilweise bis ins Teenager-Alter fort.

Migräne: Welche Rolle spielt das Gewicht?

Forscher haben analysiert, ob Unter- oder Übergewicht das Risiko erhöht.

Frische Früchte beugen Diabetes vor

Auch Diabetiker profitieren, wenn sie regelmäßig Obst essen.

Vor dem Sport essen oder nicht?

Wer abnehmen möchte, verzichtet vor dem Training besser auf eine Mahlzeit.

Virus führt zu Gluten-Unverträglichkeit

Ein bisher für harmlos gehaltenes Virus könnte die Autoimmunkrankheit Zöliakie auslösen.

Antibiotikum hilft bei Ängsten

Der Wirkstoff Doxycyclin beeinflusst das emotionale Gedächtnis.

Wie Kalium den Blutdruck senkt

Die normale westliche Ernährung mit viel Salz treibt den Blutdruck eher hoch.

FSME-Infektion nach Rohmilch-Verzehr

Nicht nur Zecken, auch infizierte Nahrungsmittel können das Virus übertragen.

Was bei Schlafmangel im Gehirn passiert

Im Gehirn laufen messbare Veränderungen ab, wie deutsche Forscher feststellten.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen