Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Medikament macht Gluten verträglicher

Aktuelles

Junge Frau mit Nikolausmütze, die Plätzchen isst.

Wer unter Zöliakie leidet, muss mit Plätzchen vorsichtig sein.
© lensonfocus - Fotolia

Sa. 22. Dezember 2012

Zöliakie: Medikament macht Gluten verträglicher

Ähnlich wie es für Menschen mit einer Laktoseintoleranz Präparate mit dem Enzym Laktase gibt, die Milchprodukte verträglicher machen, könnte es bald auch eine Pille für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit geben. Zu dieser Hoffnung geben Ergebnisse Anlass, die im Fachblatt Journal of the American Chemical Society veröffentlicht wurden.

Anzeige

Zöliakie, wie die Gluten-Unverträglichkeit medizinisch genannt wird, ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das in Weizen-, Roggen- oder Gerstenprodukten enthaltene Eiweiß Gluten entzündliche Reaktionen im Verdauungstrakt auslöst. Magenenzyme spalten das Gluten in kleinere Einheiten auf, die sogenannten Peptide. Für die meisten Menschen sind diese Peptide harmlos. Nicht so für Menschen mit einer Gluten-Unverträglichkeit. Bei ihnen rufen diese Stoffe eine gegen den eigenen Körper gerichtete Reaktion des Immunsystems hervor, was mit starken Schmerzen einhergehen kann. Das Einzige, was bisher bei Zöliakie hilft, ist eine Gluten-freie Ernährung.

US-amerikanische Wissenschaftler haben nun ein natürlich vorkommendes Enzym im Labor so verändert, dass es diese Peptide in noch kleinere Bausteine aufspaltet - und das unter sauren Bedingungen, wie sie im Magen vorherrschend sind. Das neue Enzym sei in der Lage, mehr als 95 Prozent der Gluten-Peptide abzubauen, berichten die Forscher. Damit könnte es ein aussichtsreicher Kandidat für ein Arzneimittel sein, das es Menschen mit Zöliakie ermöglicht, Gluten-haltige Nahrungsmittel essen zu können, so die Hoffnung die Forscher.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Gesund leben schützt vor vielen Krankheiten

Mehrere Krankheiten auf einmal: Das Risiko dafür steigt, wenn wir ungesund leben.

Symptome googeln schadet der Psyche

Schon nach fünf Minuten Recherche fühlen sich viele Menschen schlechter als vorher.

Pilz zapft Eisenreserven an

Der resistente Pilz Candida glabrata ist für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich.

Viele Sexpartner steigern Krebsrisiko

Wer mehr als zehn Sexualpartner im Laufe seines Lebens hatte, ist gefährdet.

Je mehr Zucker, desto weniger Vitamine

Essen wir viele Süßigkeiten, greifen wir gleichzeitig seltener zu gesunden Lebensmitteln.

Gürtelrose-Impfung gegen Schlaganfall

Senioren profitieren von einer Impfung gleich in mehrfacher Hinsicht.

Frauen gehen zu sorglos mit Alkohol um

Viele Frauen über 50 trinken riskante Mengen Alkohol, ohne sich darüber im Klaren zu sein.

ADHS wegen Vitamin-D-Mangel?

Ein Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft ist ein Risiko für das ungeborene Baby.

Hautentzündungen durch Fast Food?

Zu viel Fett und Zucker könnten das Risiko für Schuppenflechte erhöhen.

Coronavirus: Impfstoff in Rekordzeit?

Weltweit arbeiten Forscher mit Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs.

Trauer: Gefühle zeigen ist gesünder

Nach dem Tod eines geliebten Menschen ist es nicht unbedingt gesund, stets die Fassung zu wahren.

Enddarmkrebs: Oft geht es ohne OP

Eine abwartende Therapie bringt den meisten Patienten offenbar keine Nachteile.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen