Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Führt Schwerhörigkeit zu geistigem Abbau?

Aktuelles

Alter Mann sitzt auf einer Parkbank und blickt in die Kamera

Menschen, die im Alter noch gut hören, bauen geistig nicht so schnell ab wie Schwerhörige.
© tina7si - Fotolia

Di. 22. Januar 2013

Führt Schwerhörigkeit zu geistigem Abbau?

Ältere Menschen, die zunehmend schlechter hören, leiden eher unter Problemen beim Denken und Gedächtnisstörungen als Senioren mit normalem Gehör. Das berichten US-amerikanische Forscher online in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine.

Anzeige

Es habe sich gezeigt, dass Menschen mit Hörverlust geistig um 30 bis 40 Prozent schneller abbauten als Studienteilnehmer mit normalem Gehör, so die Forscher. Und je stärker dabei der Hörverlust ausfiel, desto gravierender sei der Rückgang der Gehirnfunktionen gewesen. Zudem kam es bei schwerhörigen Senioren im Schnitt etwa 3 Jahre eher zu einer deutlichen Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten als bei anderen. Im Verlauf ihrer sechs Jahre andauernden Studie hatten die Wissenschaftler Veränderungen der Hörfähigkeit von fast 2.000 Personen zwischen 75 und 84 Jahren untersucht und mit den Ergebnissen aus Tests zu deren geistigen Fähigkeiten verglichen.

Eine mögliche Erklärung für den geistigen Abbau könnte der Zusammenhang zwischen Hörverlust und sozialer Isolation sein, mutmaßt Studienleiter Frank Lin. Denn Einsamkeit gehe oft mit dem Rückgang geistiger Fähigkeiten einher. Andererseits könnte das schlechtere Hören aber auch dazu führen, dass das Gehirn einen größeren Teil seiner Kapazitäten benötigt, um die Töne zu verarbeiten, und daher weniger Kapazität für Gedächtnis und Denken zur Verfügung stehe. Vielleicht gebe es auch eine gemeinsame Ursache für Hörverlust und geistigen Abbau. Die Forscher planen nun weitere Untersuchungen, mit denen sie herausfinden wollen, ob der Gebrauch von Hörhilfen oder anderen Mitteln, mit denen Schwerhörigkeit behandelt wird, dem geistigen Abbau vorbeugen oder ihn zumindest verzögern kann.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Warum Frauen öfter Migräne haben

Die Hormone könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Wo sich Keime im Flugzeug wohl fühlen

Auf bestimmten Oberflächen tummeln sich besonders viele Erreger.

Warum Handys die Augen schädigen

Blaues Licht zerstört offenbar Zellen im Auge, die für das Sehen zuständig sind.

Eltern sind wichtiger als Freunde

Das gilt auch für junge Erwachsene, wie eine neue Studie zeigt.

Vielseitige Ernährung nicht immer gesund

Wer sich vielseitig ernährt, nimmt häufig auch mehr Kalorien zu sich.

Alkohol macht Lust auf Ungesundes

Bier, Wein & Co wirken sich auch auf unsere Ernährungsgewohnheiten aus.

Neues Medikament beugt Herzinfarkt vor

Der Wirkstoff greift Darmbakterien an, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten beteiligt sind.

Bakterien trotzen Desinfektionsmittel

Krankenhauskeime werden zunehmend resistent gegenüber Desinfektionsmitteln.

Psychische Krankheit wegen Virus?

Ein Herpesvirus könnte für Depressionen und bipolare Störungen verantwortlich sein.

Pflegende Angehörige schlafen oft schlecht

9 von 10 Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen pflegen, leiden unter Schlafmangel.

Kopfverletzung: Bluttest statt CT?

Der Test liefert deutliche Hinweise auf schwere Komplikationen wie Hirnblutungen.

Länger ansteckend bei Übergewicht?

Das Körpergewicht könnte für die Verbreitung der Grippe eine Rolle spielen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen