Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung HIV: Menschheit war zunächst resistent

Aktuelles

Schimpanse hockt im Gras

Schimpansen gelten als Ursprung des HI-Virus.
© Stephen Meese - Fotolia

Mo. 21. Januar 2013

HIV: Menschheit war zunächst resistent

Die erste HIV-Infektion des Menschen liegt viel weiter zurück als bisher angenommen. Das zumindest glaubt ein US-amerikanischer Forscher. Dass das Virus aber zunächst ein Schattendasein gefristet habe, liege auch daran, dass die ersten Infizierten resistent gewesen seien.

Nach gängiger Lehrmeinung ist das HI-Virus zum ersten Mal zwischen 1884 und 1924 vom Schimpansen auf den Menschen übergegangen, und zwar in Westafrika. Laut Alfred Roca, Professor am College für Landwirtschaft, Konsum und Umwelt der Universität von Illinois, USA, hätten sich die ersten Mensch aber schon viel früher und häufiger mit dem Virus infiziert. Dies sei aber unbemerkt geblieben. Ein Umstand, der Roca zufolge zum einen mit der Bevölkerungsentwicklung in Westafrika zusammenhängt: Damit sich ein Virus verbreiten und damit in der Welt halten kann, bedarf es einer gewissen Bevölkerungsdichte, wie sie in Westafrika erst im Zuge der Kolonialisierung in größeren Städten entstand.

Anzeige

Einer anderen Erklärung zufolge seien vor der Entwicklung von Impfungen und modernen Arzneien viele Menschen an Infektionskrankheiten wie Pocken gestorben. Gerade Menschen mit einem durch HIV geschwächten Immunsystem seien solchen Erkrankungen zuerst erlegen und hätten das Virus somit gar nicht erst weiter übertragen können.

Roca glaubt aber, dass die ersten Menschen, die mit dem HI-Virus in Kontakt gekommen sind, dagegen resistent gewesen seien. Zu diesem Schluss ist der Forscher gekommen, nachdem er das Erbgut fünf afrikanischer Völker miteinander verglichen hatte. Er und sein Team haben im Erbgut des westafrikanischen, ländlichen Volkes der Biaka Resistenzen festgestellt. Das Volk lebt in derselben Region wie die Schimpansen, die als Ursprung des Virus gelten. Vier Gene scheinen einen schützenden Effekt zu haben. Sie sorgen dafür, dass der Körper bestimmte Eiweiße produziert, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder die das Virus dabei behindern, den Menschen zu befallen. "Wenn wir verstehen, wie diese Gene funktionieren, könnte das eine neue Möglichkeit eröffnen, solche Viren zu bekämpfen", so Roca.

FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Krebsrisiko: Wie heiß darf Tee sein?

Zu heißer Tee kann das Risiko für Speisenröhrenkrebs deutlich erhöhen.

Ampelsystem für mehr Nachhaltigkeit

Ein Ampelsystem überzeugt offenbar viele Menschen davon, gesunde und nachhaltige Speisen zu wählen.

Entwarnung für Paracetamol

Eine Studie widerlegt die Annahme, dass Paracetamol in der Schwangerschaft dem Baby schadet.

Alkohol schädigt auch Abstinenzler

Alkoholkonsum birgt Risiken - nicht nur für denjenigen, der selbst trinkt.

Neuer Wirkstoff senkt hohes Cholesterin

Bempedoinsäure könnte Patienten helfen, die keine Statine vertragen.

Psychische Probleme bei Jüngeren steigen

Experten führen das auf die vermehrte Nutzung von digitalen Medien zurück.

Zu viel Hygiene fördert Resistenzen

In sehr sauberen Umgebungen bilden sich resistente Keime eher.

Schwanger: Jede Zigarette ist riskant

Während und kurz vor der Schwangerschaft zu rauchen, erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

Schönheitsoperationen werden beliebter

Vor allem Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen werden immer häufiger durchgeführt.

Neue Therapie bei Darmentzündungen?

Die Behandlung könnte vor allem Personen mit schweren Symptomen helfen.

Tripper: Wenn Antibiotika versagen

In Europa werden häufiger Erreger gefunden, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen.

Mehr Snacks wegen Social Media?

Instagram & Co wirken sich offenbar auf das Essverhalten von Teenagern aus.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Krank und was jetzt?

TreppenlifteHaben Sie sich schon einmal im Internet über Krankheiten und Therapien schlau gemacht?

Machen Sie mit bei der größten Befragung unter Patienten in Deutschland!

Anzeige

Service

Themenspecial: Gesunde Haut

Frau mit Hut im GrünenIm neuen Themenspecial "Gesunde Haut"
lesen Sie auf aponet.de viel Wissenswertes über die richtige Pflege für jeden Hauttypen.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen