Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Muttermilch: Über 700 Bakterienarten

Aktuelles

Junge Mutter stillt ihr Baby.

Mit der Muttermilch nehmen Säuglinge auch Bakterien auf, die ihre Darmflora aufbauen.
© Svetlana Fedoseeva - Fotolia

Sa. 05. Januar 2013

Muttermilch enthält mehr als 700 Bakterienarten

Spanische Forscher haben festgestellt, dass Muttermilch mehr Bakterienarten enthält als bisher angenommen. Die Zusammensetzung der Bakterien unterscheidet sich in charakteristischer Weise von Frau zu Frau.

Anzeige

Wie sich die Bakterienflora in Säuglingen entwickelt, hängt maßgeblich von den Mikroben ab, die sie über die erste Nahrung – Muttermilch – zu sich nehmen. Mit einer speziellen Methode, bei der große Mengen Erbgut analysiert werden, entschlüsselte das Team spanischer Wissenschaftler, welche Bakterien die Muttermilch enthält, das sogenannte Mikrobiom. Die Forscher verwendeten dabei sowohl Proben aus Muttermilch, die nach ein bis sechs Monaten Stillzeit genommen wurden, als auch Vormilch. Dieses Sekret, auch Kolostrum genannt, wird von den weiblichen Milchdrüsen produziert und in den ersten Tagen nach der Geburt abgegeben. Insgesamt über 700 Bakterienarten konnten die Spanier identifizieren.

Allerdings ist das Mikrobiom nicht bei jeder Mutter gleich: Muttermilch übergewichtiger Frauen enthält weniger Bakterienarten. Auch Frauen, die ihr Baby mit einem geplanten Kaiserschnitt zur Welt bringen, weisen eine andere Zusammensetzung und zudem insgesamt weniger Bakterien auf als Frauen, die normal also vaginal entbinden. Ist der Kaiserschnitt allerdings ungeplant und eine Notfallmaßnahme, ist das Mikrobiom wiederum eher normal.

Als nächstes wollen die spanischen Forscher untersuchen, wie die Muttermilch-Bakterien dem Kind nutzen. Denkbar wäre, dass sie dem Neugeborenen helfen, die Milch zu verdauen, oder dass sie das Immunsystem des Kindes unterstützen, indem sie ihm helfen, zwischen guten und fremden Organismen zu unterscheiden.

FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Neue Art von Schwindel entdeckt

Viele Patienten könnten von einer vorbeugenden Behandlung profitieren.

Färbetablette hilft bei Darmkrebs-Diagnose

Durch die Tablette werden Polypen bei einer Darmspiegelung besser erkannt.

Die Geheimnisse der Darmflora

Forscher haben untersucht, welche Faktoren sich auf die Vielfalt der Darmbakterien auswirken.

Durchfall: E.coli trifft Blutgruppe A stärker

Der Durchfallkeim ist für einige Menschen gefährlicher als für andere.

Fisch schützt vor Herzkrankheiten

Arten, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, stehen am besten zweimal pro Woche auf dem Tisch.

Ehe: Streit schadet der Gesundheit

Spannungen mit dem Partner wirken sich negativ auf die Gesundheit aus.

Depression häufig bei Hashimoto

Depressionen und Angst können mit einer Erkrankung der Schilddrüse zusammenhängen.

Darm: Joghurt dämpft Entzündungen

Möglicherweise könnte dieser Effekt helfen, Darm-Erkrankungen vorzubeugen.

Antibiotika verändern, wie Impfungen wirken

Die Medikamente greifen offenbar in den Aufbau der Immunabwehr ein.

Ingwer lindert Erbrechen bei Kindern

Eine Studie zeigt einen guten Effekt der asiatischen Wurzel bei Magen-Darm-Infekt.

Darmflora mischt bei Arteriosklerose mit

Bestimmte Darmbakterien sind offenbar an der Entstehung der Arterienverkalkung beteiligt.

Kohlenhydrate bei Diabetes minimieren?

Forscher haben einen alten Ansatz für die Therapie von Typ 1-Diabetes aufgegriffen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen