Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Wie wirkt die "Pille danach"?

Aktuelles

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, gibt in einer Erklärung eine neue Haltung zur "Pille danach" bekannt.
© Erzbistum Freiburg

Fr. 22. Februar 2013

Wie wirkt die "Pille danach"?

Die Deutsche Bischofskonferenz hat ihre Haltung gegenüber der "Pille danach" grundlegend gewandelt. Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Trier beschlossen die Bischöfe, dass Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung geworden sind, in katholischen Krankenhäusern auch eine "Pille danach" erhalten können, sofern diese empfängnisverhütend wirkt. Maßnahmen, die zur Abtreibung einer bereits befruchteten Eizelle bzw. eines Embryos führen, lehnen die Bischöfe nach wie vor ab.

In Deutschland sind Notfall-Verhütungsmittel mit den zwei Wirkstoffen Ulipristalacetat und Levonorgestrel erhältlich. Ihr genauer Wirkmechanismus wird nach wie vor diskutiert. Beide sollen hauptsächlich den Eisprung unterdrücken oder verzögern. Als gesichert gilt, dass Levonorgestrel nicht mehr wirksam ist, sobald sich ein befruchtetes Ei in der Gebärmutter eingenistet hat. Auch die Wanderung des Eis zur Gebärmutter und die anschließende Einnistung verhindern die beiden Wirkstoffe nicht. Darin ist sich die Mehrheit der Wissenschaftler einig, denn in Studien zeigten sich bislang keine Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, die diesen Vorgang stören würden.

Anzeige

Das bestätigt auch der Berufsverband der Frauenärzte: "Wenn der Eisprung bereits erfolgt ist, die Eizelle sich aus dem Eierstock gelöst hat und im Eileiter oder in der Gebärmutter befindet, so verhindert die 'Pille danach' weder die Befruchtung dieser Eizelle noch die Einnistung in der Gebärmutter", heißt es in einer Pressemitteilung. Beide Arzneimittel seien daher als Verhütungsmittel einzustufen, nicht als Abtreibungsmittel.

Levonorgestrel kann zum Verhindern einer Schwangerschaft bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft schadet es nicht. Ulipristalacetat wirkt bis zu fünf Tage nach dem Verkehr. Vor einer Anwendung muss eine bestehende Schwangerschaft jedoch ausgeschlossen werden.

RF/VA/PZ

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Heuschnupfen: jetzt noch vorbeugen

Mit einer sogenannten Hyposensibilisierung kann man im Winter starten.

Schadet Paracetamol dem Ungeborenen?

Das Schmerzmittel könnte die Sprachentwicklung bei Mädchen stören.

Diese Übungen stärken das Herz

Mit diesem Trainingsprogramm lässt sich einer Herzschwäche vorbeugen.

Mandel-OP: Ingwer lindert Schmerzen

Die Knolle beschleunigt zudem die Wundheilung, wie eine neue Studie zeigt.

Wiederholtes Impfen gegen schwere Grippe

Vor allem Senioren profitieren, wenn sie sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Ballaststoffe: Mit Müsli gegen Arthritis?

Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt offenbar Gelenkerkrankungen vor.

Angststörungen durch zu wenig Schlaf?

Schlafmangel und psychische Probleme stehen laut US-Forschern in Zusammenhang.

Erhöht Kuhmilch das Diabetes-Risiko?

Eine Studie hat untersucht, ob veränderte Babynahrung hier gegensteuern kann.

Jahresrückblick: Die Top 10 von aponet.de

Das sind die meistgelesenen Meldungen des Jahres 2017 auf aponet.de.

Antidepressivum: Welches hilft wem?

Ein Biomarker könnte vorhersagen, welches Antidepressivum bei einem Patienten wirksam ist.

Sport hilft bei Gedächtnisproblemen

Bewegung an zwei Tagen pro Woche stärkt die Denkfähigkeit und das Gedächtnis.

Calcium und Vitamin D: Knochenschutz?

Studien mit Nahrungsergänzungsmitteln kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen