Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Fibromyalgie-Ursache entdeckt

Aktuelles

Ältere Frau sitzt am Schreibtisch und legt ihre Hände an den schmerzenden Nacken

Die Schmerzen, die Fibromyalgie-Patienten verspüren, sind sicher kein Hirngespinst. Das bestätigt nun auch die Forschung.
© Starpics - Fotolia

Fr. 15. März 2013

Führen Nervenschäden zu Fibromyalgie?

Hinter dem Begriff Fibromyalgie verbirgt sich eine schwer fassbare Krankheit, die schon von manchen schlicht als Hirngespinst abgetan wurde. Denn trotz der zum Teil starken Schmerzen lässt sich die Krankheit weder durch ärztliche Untersuchungen noch durch Laborwerte nachweisen. Jetzt haben deutsche Forscher eine körperliche Ursache für die Krankheit entdeckt.

Auf der Suche nach den Auslösern für die Schmerzen fanden sie heraus, dass bei Fibromyalgie-Patienten Schäden im Bereich der kleinen Nervenfasern auftreten. Diese sind spezielle Fasern, die für die Wahrnehmung von Schmerzen und das Temperaturempfinden zuständig und in der Haut enden. In ihren Untersuchungen zeigte sich, dass Studienteilnehmer, die unter dem Fibromyalgie-Syndrom litten, weniger stark auf Schmerz- und Temperaturreize reagierten. Sie hatten zudem eine geringere Anzahl kleiner Fasern in der Haut, was typisch für Erkrankungen sei, an denen die kleinen Nervenfasern beteiligt seien, so Nurcan Üçeyler von der Universität Würzburg.

Anzeige

Damit ist es erstmals gelungen, die Krankheit körperlich nachzuweisen und eine mögliche Ursache zu finden. "Auch wenn noch nicht bekannt ist, warum es zu einer Schädigung dieser speziellen Nervenfasern bei Fibromyalgie kommt, könnten unsere Ergebnisse die Grundlage für eine Neudefinition des Fibromyalgie-Syndroms als Erkrankung schaffen", so die Forscher, deren Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Brain" veröffentlicht wurden.

Fibromyalgie geht mit chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen einher. Betroffene leiden außerdem oft unter Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit und Depressionen. Diagnostiziert wird die Krankheit bisher durch Ausschluss anderer Krankheiten, zum Beispiel von Rheuma, in Kombination mit dem typischen Beschwerdebild. Durch die neuen Erkenntnisse hätten Mediziner jetzt erstmals ein objektiv messbares Kriterium an der Hand, an dem sie sich bei einer Diagnose orientieren könnten, so die Forscher.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Viele Schüler leiden an Wochenend-Jet-Lag

Montag früh kommt das böse bzw. viel zu frühe Erwachen zu Schulbeginn.

Psychische Probleme bei Jugendlichen

Wann bei der Behandlung psychischer Erkrankungen Placebos besser helfen als Antidepressiva.

Schlechte Zähne werden nicht vererbt

Forscher haben geprüft, was am stärksten die Zahngesundheit beeinflusst.

Mehr Knochenbrüche bei Diabetikern

Ein Detail im Aufbau ihrer Knochen ist offenbar gestört und schwächt die Struktur insgesamt.

Tattoo-Farbe wirkt wie Nanopartikel

Kleinste Farbteilchen können bis in die Lymphknoten wandern - mit unklarem Effekt.

Hepatitis: Jährlich 1,34 Millionen Tote

Damit ist Hepatitis tödlicher als HIV, Malaria und Tuberkulose.

Gibt es "gesundes Übergewicht"?

Übergewicht schadet der Gesundheit - auch, wenn der Stoffwechsel noch gesund ist.

Das Geheimnis, erfolgreich zu sein

Britische Forscher haben die Zutaten für eine gute persönliche Entwicklung ermittelt.

Neuer Hefepilz breitet sich aus

Vor allem für Schwerkranke kann eine Infektion mit Candida auris gefährlich werden.

Test für chronische Bronchitis rückt näher

Einen Hinweis liefert die Zusammensetzung des abgehusteten Schleims.

Größe beeinflusst Thrombose-Risiko

Mit zunehmender Körpergröße steigt die Gefahr für Blutgerinnsel in den Venen.

Prostatakrebs mit PSA-Test erkennen?

Eine neue Analyse zeigt, dass der Test viele Todesfälle vermeiden könnte.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen