Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Gedächtnisprobleme durch Lippenherpes

Aktuelles

Ältere Frau grübelt

Gedächtnisprobleme im Alter könnten auch durch Herpes-Viren verursacht sein.
© Birgit Reitz-Hofmann - Fotolia

Di. 26. März 2013

Gedächtnisprobleme durch Lippenherpes

Lernen, Gedächtnis, Verarbeitung von Informationen – vieles geht im Alter schlechter. Doch scheint das Alter allein nicht die einzige Ursache für den geistigen Abbau zu sein. Wissenschaftler haben jetzt Herpesviren sowie bestimmte Bakterien im Verdacht, Gedächtnisprobleme zu begünstigen.

Die Forscher aus den USA hatten hierfür an mehr als 1.500 US-Amerikanern, die durchschnittlich 69 Jahre alt waren, untersucht, ob bestimmte virale oder bakterielle Infektionen die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen. Hierfür nahmen sie Blutproben und testeten sie auf Abwehrstoffe gegen fünf gängige Erreger: drei Viren der Herpesfamilie, darunter die Erreger von Lippenherpes, Genitalherpes und den Zytomegalie-Virus, sowie die Bakterien Chlamydia pneumoniae, das die Atemwege infiziert, und Helicobacter pylori, einen Magenkeim.

Anzeige

Es zeigte sich, dass Menschen, die in der Vergangenheit mit diesen Erregern in Kontakt gekommen waren, stärkere geistige Probleme hatten als Personen mit niedrigen Infektionswerten. Sie schnitten in dem sogenannten Mini-Mental-Status-Test, bei dem unter anderem Orientierung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis getestet werden, zu 25 Prozent schlechter ab. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang für Personen, die keinen Sport trieben, aber auch bei Frauen, darunter vor allem jenen mit schlechterer Bildung oder schlechterem Zugang zu medizinischer Versorgung, berichten die Forscher in der Zeitschrift Neurology. Acht Jahre später konnten die Forscher allerdings keinen weiteren Rückgang der Denkfähigkeiten und der Gedächtnisleistung feststellen.

Ihre Erkenntnisse könnten in Zukunft vielleicht helfen, Personen mit erhöhtem Risiko früher zu erkennen und vorzubeugen, so die Wissenschaftlerin Mira Katan. "Zum Beispiel könnte regelmäßiger Sport und Impfungen gegen Viren im Kindesalter das Risiko verringern, später einmal Gedächtnisprobleme zu bekommen", so Mira Katan.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Was bei Zahnarzt-Angst hilft

Vor allem Hypnose erweist sich einer neuen Studie zufolge als wirksame Methode.

Grenze zwischen Job und Freizeit ziehen

Verwischen die Grenzen, wirkt sich das negativ auf das Wohlbefinden aus.

Opioid-Dosis nach OP reduzieren?

Patienten benötigen offenbar deutlich weniger Opioide, als Ärzte ihnen verordnen.

Soja hilft bei Brustkrebstherapie

Bestimmte Lebensmittel könnten die Nebenwirkungen einer Krebstherapie lindern.

Handy, PC: Gewicht und Schlaf leiden

Nutzen Kinder die Geräte oft vor dem Zubettgehen, geraten Sie in eine Art Teufelskreis.

Hitzewallung: Vorbote für Diabetes?

Ein Symptom der Wechseljahre deutet auf die Zuckerkrankheit hin.

Sport bei schlechter Luft ist ungesund

Für Herz und Lunge ist es besser, sich in ländlichen Gebieten zu bewegen.

Täglicher Frust sorgt für Albträume

Wer unzufrieden ist, leidet häufig unter wiederkehrenden Albträumen.

Migräne: Neue Therapie in Sicht

Ein neues Medikament zeigt bei vielen Patienten eine gute Wirkung.

Impfstoff nicht in den Muskel spritzen?

Forscher haben untersucht, wie Impfungen besser vor Krankheiten schützen könnten.

Schlafapnoe mit Cannabis behandeln?

Eine Substanz, die in Cannabis vorkommt, reduziert nächtliche Atemaussetzer.

USA: Sehr viele Kinder mit 35 fettleibig

Wenn sich nichts ändert, könnten über die Hälfte aller Kinder als Erwachsene betroffen sein.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen