Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Spezialkliniken besser bei Lungenkrebs-OP

Aktuelles

Chirurgen bei einer Operation

Lungentumoren zu entfernen ist eine hochkomplexe OP, die besser in spezialisierten Behandlungszentren durchgeführt werden sollte.
© horizont21 - Fotolia

Sa. 20. April 2013

Lungenkrebs-OP in Spezialkliniken sicherer

In Kliniken, die jährlich mehr als 100 Patienten mit Lungenkrebs operieren, ist die Sterberate bei den Operationen nur beinahe halb so groß wie in Krankenhäusern mit weniger als 25 dieser Eingriffe. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) hin und fordert, die hochkomplexen OPs ausschließlich an spezialisierten Behandlungszentren durchzuführen.

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 45.000 Patienten neu an einem Lungentumor. "Eine Operation ist nur bei etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten möglich", erläutert Professor Dr. med. Bernward Passlick, Präsident der DGT. Wenn ein Eingriff möglich sei, stünden die Behandlungschancen aber gut. Etwa 70 bis 80 Prozent der Patienten, die im Frühstadium operieren würden, könnten geheilt werden, so Passlick.

Anzeige

Dennoch seien Lungen-OPs bei den häufig betagten Patienten nicht ganz ungefährlich. Um den Tumor sicher zu beseitigen, müssen die Chirurgen meistens einen Lungenlappen, selten einen Lungenflügel entfernen. Auch an ausgewiesenen Zentren, die mehr als 100 Patienten im Jahr operieren, sterben 3,2 Prozent der Patienten noch im Krankenhaus an den Folgen der Operation. Das belegen Daten des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2010. An Kliniken mit weniger als 25 Eingriffen pro Jahr war die Krankenhaus-Sterberate dagegen mit 5,8 Prozent nahezu doppelt so hoch. Auch in Krankenhäusern mit 26 bis 50 Eingriffen pro Jahr starben noch 4,8 Prozent der Patienten in der Klinik.

Die höhere Krankenhaus-Sterblichkeit bei wenigen Eingriffen sei nicht etwa auf eine verminderte Geschicklichkeit der Chirurgen zurückzuführen, sagt der DGT-Präsident. "Entscheidend für einen dauerhaft hohen Standard ist ein eingespieltes Team, in dem Spezialisten der verschiedenen Disziplinen wie Anästhesie, Thoraxchirurgie, Physiotherapie, spezialisierte Krankenpflege und Endoskopie zusammenarbeiten", so Passlick.

DGT/FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Tabak: 1,9 Millionen Herztode pro Jahr

20 Prozent aller Todesfälle durch die koronare Herzkrankheit gehen auf das Konto von Tabak.

Senioren sind heutzutage fitter

Vor 30 Jahren waren ältere Menschen lange nicht so leistungsfähig wie heute.

Gesund Essen ist wichtiger als der BMI

Eine gesunde Ernährung ist für die Gesundheit wichtiger, als die Zahl auf der Waage.

Schwangerschaft verzögert MS

Bei Frauen, die ein Baby kriegen, treten Symptome einer Multiplen Sklerose erst später auf.

Medikament gegen Magersucht

Ein Leptin-haltiges Arzneimittel könnte Patienten helfen, die unter einer Essstörungen leiden.

7 Punkte senken den Blutdruck

Wer sie im mittleren Alter beherzigt, hat später ein deutlich niedrigeres Risiko für Bluthochdruck.

Wie ähnlich sind sich Depression und Angst?

Immunsystem und Fettstoffwechsel der Patienten zeigen deutliche Unterschiede.

Weniger Kalorien, längeres Leben

Wie die Ernährung und die Körpertemperatur die Lebensdauer beeinflussen.

Achtsames Atmen gegen Bluthochdruck

Langsames und bewusstes Atmen mildert Stress und könnte auch den Blutdruck senken.

Sprachtherapie nach Schlaganfall

Eine neue Studie zeigt, dass eine kurze und intensive Therapie nicht unbedingt die beste ist.

Schadet Bluthochdruck dem Gehirn?

Hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte könnten die Denkgeschwindigkeit verlangsamen.

Männer sind häufiger nachtaktiv

Männer und Frauen haben oft einen unterschiedlichen Tagesrhythmus.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen