Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Pandemie-Risiko bei neuer Vogelgrippe?

Aktuelles

Mann schließt die Augen, hustet und hält die Faust vor den Mund

Menschen werden normalerweise nur selten von Vogelgrippe-Viren befallen.
© Lisa F. Young - Fotolia

Mo. 15. April 2013

Neues Vogelgrippe-Virus passt sich dem Mensch an

Haben die Vogelgrippe-Viren, die derzeit in China grassieren und bisher neun menschliche Opfer gefordert haben, das Potenzial für eine Pandemie? Auf diese Frage hin haben Forscher die verantwortlichen Viren jetzt untersucht und festgestellt, dass sich das Vogel-Virus zumindest schon an den Menschen angepasst hat. Von einem Pandemie-Risiko möchten sie jedoch noch nicht sprechen.

Für die Studie haben dem Wissenschaftler-Team um Masato Tashiro und Yoshihiro Kawaoka Proben aus den menschlichen Opfern, aus Vögeln, die mit dem Grippevirus infiziert waren, und aus der Umgebung des Shanghaier Marktes vorgelegen. Sie fanden heraus, dass sich das Virus, das für den Tod der Menschen verantwortlich ist, bereits vom ursprünglichen Vogel-Virus unterscheidet. Es weist ein verändertes Eiweiß auf, das dem Virus erlaubt, in menschlichen Zellen zu wachsen und bei Temperaturen zu gedeihen, die in den oberen Atemwegen des Menschen herrschen. Diese sind allgemein etwas niedriger als bei Vögeln.

Anzeige

Normalerweise werden Menschen nur selten von Vogelgrippe-Viren befallen. Passiert es doch, ist die Gesundheit der Betroffenen allerdings massiv gefährdet. Wie ansteckend Grippeviren sind, hängt davon ab, wie gut sie an menschliche Zellen andocken und diese danach beherrschen können. Bei den untersuchten Viren fanden die Forscher ein verändertes Oberflächen-Eiweiß, das es den Viren leicht machte, menschliche Zellen zu infizieren. Doch trotz dieser klaren Zeichen, dass sich das Virus an den Menschen anpasse, sei es zu früh, um ein Pandemie-Potenzial zu erkennen, so die Wissenschaftler.

Kawaoka und seine Kollegen konnten mit den isolierten Keimen auch schon einmal testen, wie das veränderte Virus auf Arzneimittel gegen Grippeviren reagiert. Ein gängiges Mittel ist demnach nicht wirksam. Allerdings könnte das Virus mit dem Wirkstoff Oseltamivir in Schach gehalten werden.

FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Hörverlust durch Eisenmangel?

Ein Mangel kann zu Blutarmut führen und weitreichende Folgen haben.

JQ1 lässt Hodenkrebs schrumpfen

Ein neuer Arzneistoff wirkt im Tierversuch bei schwer behandelbaren Krebsformen.

Arzneistoff-Duo dreht Krebs den Saft ab

Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Diabetesmittel Metformin.

Empfindliche Keime trotzen Antibiotika

Eine Art Nachbarschaftshilfe sorgt dafür, dass manche Bakterien überleben.

Teenagerdiäten fordern Familie heraus

Die Diät kann vor allem an Feiertagen diverse Probleme beschwören.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen