Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Bluttest zeigt, ob Antidepressiva wirken

Aktuelles

Behandschuhte Hand pipettiert einen Tropfen einer Flüssigkeit in ein Reagenz-Gefäß

Mit einem einfachen Bluttest könnte man künftig schon im Vorfeld bestimmen, ob Antidepressiva bei einem Patienten wirken oder nicht.
© csourav - Fotolia

Sa. 18. Mai 2013

Bluttest sagt voraus, ob Antidepressiva wirken

Mittel gegen Depressionen sind nicht bei allen Betroffenen wirksam. Mit einem einfachen Bluttest könnte sich künftig schon im Vorfeld bestimmen lassen, ob Antidepressiva bei einem Patienten wirken werden oder nicht, berichten deutsche Forscher in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry.

Anzeige

In Deutschland leiden rund vier Millionen Menschen an einer Depression. Und etwa einem Viertel von ihnen können Antidepressiva nicht helfen, so die Forscher. Ob ein Mittel wirkt oder nicht, ließ sich bisher aber erst nach mehreren Wochen der Einnahme feststellen. Eine Zeit, die sich Menschen, die nicht auf Antidepressiva ansprechen, mit dem neuen Bluttest nun ersparen könnten.

Im Visier der Forscher war ein spezieller Genabschnitt, der bei manchen Depressiven offenbar in einer anderen Form vorliegt als bei ihren Leidensgenossen und somit als Marker verwendet werden kann. Bei den betroffenen Patienten fehlt dem Gen ein kleiner Zusatz, eine Methyl-Gruppe, die darüber entscheidet, ob das Gen abgelesen wird oder nicht. Wird in dem Bluttest der Marker, also diese Form des Gens ohne Methyl-Gruppe, nachgewiesen, sprechen Patienten nicht auf Antidepressiva an, so Professor Dr. Helge Frieling von der Medizinischen Hochschule Hannover. Trägt ein Patient das Gen mit Methyl-Gruppe, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Antidepressiva bei ihm wirken, bei 60 Prozent. Bevor dieser Marker routinemäßig eingesetzt werden kann, muss er jedoch noch weitere Tests bestehen, so Dr. André Tadić vom Universitätsklinikum Mainz.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Schützt die Pille vor Rheuma?

Wer mit der Pille verhütet, hat ein geringeres Risiko für chronische Gelenkentzündungen.

“Serienmarathon” beeinflusst Schlaf

Exzessives Serienschauen sorgt mitunter für schlaflose Nächte.

Warum teurer Wein besser schmeckt

Verantwortlich dafür ist das Gehirn, das uns beim Probieren einen Streich spielt.

Wie Feinstaub der Gesundheit schadet

Verschmutzte Luft belastet den Stoffwechsel und begünstigt Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Schädigt Cannabis die Gefäße?

Durch Marihuana erhöht sich das Risiko, an den Folgen von Bluthochdruck zu sterben.

Beeinflusst das Wetter Gelenkschmerzen?

Es besteht offenbar ein anderer Zusammenhang als bislang vermutet.

Alkohol schädigt das junge Gehirn

Junge Menschen, die viel Alkohol trinken, zeigen Entwicklungsrückstände.

Halten Haustiere Kinder gesund?

Eine neue Studie kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Wer sich einsam fühlt, stirbt früher

Soziale Isolation ist für die Gesundheit sogar gefährlicher als Übergewicht.

Yoga lindert Depressionen

Viele Studien belegen, dass Yoga der Psyche gut tut.

Bakterien profitieren vom Klimawandel

Die globale Erwärmung begünstigt die Ausbreitung vieler Infektionskrankheiten.

Zika-Virus: Infektion durch Küssen?

Forscher haben untersucht, ob das Virus über den Speichel übertragen werden kann.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen