Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Durchfallkeim: Kupfer vernichtet Norovirus

Aktuelles

Pflegerin begleitet alte Frau die Treppe hinunter.

Norovirus-Infektionen treten häufig in Altenheimen auf. Mit Kupfer beschichtete Türklinken oder Handläufe könnten die Ansteckung erschweren.
© Peter Maszlen - Fotolia

Mi. 29. Mai 2013

Durchfallerreger: Kupfer vernichtet Norovirus

Immer wieder machen Noroviren Schlagzeilen, zum Beispiel wenn sie auf Kreuzfahrtschiffen gleich Hunderten von Passagieren Durchfall und Erbrechen bescheren. Britische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass kupferhaltige Oberflächen das Infektionsrisiko eindämmen können.

Anzeige

Experten gehen davon aus, dass weltweit mehr als 257 Millionen Fälle akuter Gastroenteritis, wie der Brechdurchfall auch genannt wird, auf das Konto des Norovirus gehen. Die hochansteckenden Krankheitserreger werden von Mensch-zu-Mensch, über kontaminierte Nahrungsmittel oder Wasser sowie den Kontakt mit verunreinigten Oberflächen übertragen. An letzterem setzt die Forschung britischer Wissenschaftler an. Bill Keevil von University of Southampton und Kollegen konnten zeigen, dass Noroviren auf Kupfer und Kupferlegierungen, die mehr als 60 Prozent Kupfer enthalten, schnell absterben. Die Forscher hatten hierfür ein Modell entwickelt, das die Verunreinigung von Oberflächen durch Fingerspitzenkontakt simulierte.

"Auf festen Oberflächen kann das Virus überdauern und ansteckend bleiben", stellte Keevil auf einer Tagung von Mikrobiologen in Denver, USA, fest. Auch gegenüber vielen Reinigungsmitteln sei der Krankheitskeim resistent. Indem Menschen kontaminierte Oberflächen berühren, zum Beispiel eine Türklinke, ein Geländer oder einen Wasserhahn, kann sich das Norovirus weiter verbreiten. "Auf diese Weise kann es zu immer neuen Infektionen kommen", verdeutlichte Keevil. Oberflächen, die Kupfer enthalten, könnten diesen Kreislauf durchbrechen und das Risiko neuer Krankheitsausbrüche eindämmen, so der Forscher. Besonders in Bereichen mit erhöhtem Risiko, in denen ein Norovirus-Ausbruch nur schwer zu kontrollieren sei, wie etwa auf Kreuzfahrtschiffen oder in Pflegeheimen, könnten Oberflächen aus Kupfer hilfreich sein.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Krebs: Lichttherapie lindert Schlafprobleme

Eine Lichtbestrahlung am Morgen verbessert die Schlafqualität deutlich.

Rauchen: Folgen werden unterschätzt

Raucher sehen die negativen Auswirkungen oft weniger kritisch als Nichtraucher.

Medikamente gegen Dauermigräne im Test

Neue Antikörper-Wirkstoffe könnten künftig die Migränetherapie ergänzen.

Schlafen reinigt das Hirn

Im Tiefschlaf werden schädliche Stoffwechselprodukte aus dem Gehirn entfernt.

Innovativ gegen Demenz und Krebs

Die Forschung testet ungewöhnliche Wege, um Medikamente ins Hirn einzuschleusen.

Heuschnupfen: jetzt noch vorbeugen

Mit einer sogenannten Hyposensibilisierung kann man im Winter starten.

Schadet Paracetamol dem Ungeborenen?

Das Schmerzmittel könnte die Sprachentwicklung bei Mädchen stören.

Diese Übungen stärken das Herz

Mit diesem Trainingsprogramm lässt sich einer Herzschwäche vorbeugen.

Mandel-OP: Ingwer lindert Schmerzen

Die Knolle beschleunigt zudem die Wundheilung, wie eine neue Studie zeigt.

Wiederholtes Impfen gegen schwere Grippe

Vor allem Senioren profitieren, wenn sie sich regelmäßig gegen Grippe impfen lassen.

Ballaststoffe: Mit Müsli gegen Arthritis?

Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt offenbar Gelenkerkrankungen vor.

Angststörungen durch zu wenig Schlaf?

Schlafmangel und psychische Probleme stehen laut US-Forschern in Zusammenhang.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen