Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Tinnitus erfolgreich vorbeugen

Aktuelles

Frau hält sich die Hände an die Ohren und guckt unglücklich

Wer extremem Lärm ausgesetzt ist, riskierte bisher, einen Tinnitus zu bekommen. Forscher haben nun aber ein Mittel gefunden, das den Ohrgeräuschen vorbeugen könnte.
© Kaarsten - Fotolia

Di. 28. Mai 2013

Epilepsie-Medikament kann Tinnitus vorbeugen

Extremer Lärm kann zu einem anhaltenden Summen, Pfeifen oder Brummen im Ohr führen - dem sogenannten Tinnitus. US-Forscher haben nun einen Mechanismus entdeckt, der hinter den lästigen Ohrgeräuschen steckt und vielleicht ein Mittel, das durch Lärm verursachten Tinnitus vorbeugen könnte.

Anzeige

Das Team um Thanos Tzounopoulus von der University of Pittsburgh hatte hierzu Untersuchungen an Mäusen durchgeführt, die zuvor starkem Lärm ausgesetzt worden waren und daraufhin einen Tinnitus entwickelt hatten. Ihr Interesse galt dabei einem speziellen Gehirnbereich, der als Hörzentrum eine wichtige Rolle spielt. Vorangegangene Studien mit Mäusen hatten gezeigt, dass Nervenzellen in diesem Gehirnbereich bei Tinnitus überaktiv sind. Das heißt, sie feuern Impulse ab, auch wenn nichts zu hören ist. Um diese Überreaktion genauer zu verstehen, gingen die Forscher nun noch eine Ebene tiefer und betrachteten die Signalübertragung zwischen den Zellen. Dabei strömen Kalium-Teilchen durch winzige Kanäle in der Zellwand. "Wir fanden heraus, dass die Nervenzellen überaktiv sind, weil die Aktivität der Kaliumkanäle verringert ist", so Tzounopoulus. Die Kanäle bremsen normalerweise die Erregbarkeit von Nervenzellen, erläutert der Mediziner.

Die Erkenntnis, dass die Wahrnehmung von Phantom-Tönen mit speziellen Kaliumkanälen zusammenhängt, könnte zu neuen Therapieansätzen führen, hoffen die Forscher, zum Beispiel in der Vorsorge. So konnten die Wissenschaftler in weiteren Versuchen zeigen, dass ein Epilepsie-Medikament, das aktivierend auf Kaliumkanäle wirkt, offenbar der Entstehung von Tinnitus vorbeugen kann. Mäuse, denen direkt nach der Lärm-Einwirkung der Wirkstoff Retigabin verabreicht worden war, entwickelten keinen Tinnitus. Das berichten die Forscher online im Fachtitel Proceedings of the National Academy of Science (PNAS).

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Epilepsie: Anfallsrisiko ist wetterabhängig

Sommerliche Temperaturen sind für Epileptiker offenbar ideal.

Fettleber nicht nur durch Alkohol

Übergewicht und wenig Bewegung sind ebenfalls Risikofaktoren.

Medikamente bringen das Herz aus dem Takt

Einige Wirkstoffe können zu gefährlichen Herzrhythmusstörung führen.

Herzschwäche: Auf das Gewicht achten

Zeigt die Waage plötzlich mehr an, kann das auf eine schlechtere Herzfunktion hinweisen.

Italien erlässt Gesetz zur Impfpflicht

Kinder sollen obligatorisch gegen 12 Infektionskrankheiten geimpft werden.

Schwanger dank Röntgenuntersuchung?

Eine spezielle Untersuchung könnte Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen.

Täglich ein Wasser statt Limo hält schlank

Damit lässt sich das Risiko für Übergewicht deutlich reduzieren.

Jeden Tag sterben 3000 Jugendliche

Verkehrsunfall, Selbstmord, Gewalt: Die Ursachen sind sehr oft vermeidbar.

Verhütung mit pflanzlichen Stoffen?

Eine Kombination aus zwei Wirkstoffen ist in der Lage, Spermien auszubremsen.

Europa: Wer trinkt am meisten Alkohol?

Forscher haben eine Übersichtsstudie zum Alkoholkonsum erstellt.

Zink-Tabletten verkürzen Erkältung

Dazu muss das Spurenelement bei den ersten Krankheitszeichen eingenommen werden.

Arthroskopie: Tabu bei Knieproblemen?

Die Operation bringt offenbar keinen Nutzen, hat dafür aber Risiken.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen