Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Muttermilch gegen Antibiotika-Resistenz

Aktuelles

Junge Mutter beim Stillen ihres Babys

Muttermilch enthält Wirkstoffe, die auch für die Antibiotikatherapie interessant sein könnten.
© oksun70 - Fotolia

Do. 02. Mai 2013

Muttermilch kehrt Antibiotika-Resistenz um

Eine Substanz aus der Muttermilch ist in der Lage, die Wirkung von Antibiotika zu verstärken. Selbst resistente Bakterien sprechen auf eine Kombination von Antibiotikum und dem Muttermilch-Eiweißstoff an, wie US-Forscher online in der Zeitschrift PLOS ONE berichten.

Anzeige

In Versuchen mit Mäusen hatten die Forscher untersucht, wie sich Antibiotika zusammen mit einem speziellen Eiweißkomplex aus menschlicher Muttermilch auf das Wohlergehen der Bakterien Staphylococcus aureus und Streptococcus pneumoniae auswirkten. Dabei handelt es sich um Erreger, bei denen manche Stämme schon Resistenzen gegenüber Antibiotika entwickelt haben und gefährliche Infektionen wie Lungenentzündungen hervorrufen können. Problematisch sind beispielsweise der Penicillin-resistente S. pneumoniae oder der Methicillin-resistente S. aureus (MRSA).

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Menge an Antibiotika, die nötig war, um diese Bakterien erfolgreich zu bekämpfen, mit Hilfe der Substanz aus Muttermilch um den Faktor acht und mehr verringert werden konnte. Zudem konnten die Mikrobiologen nachweisen, dass selbst resistente Stämme durch das Zusammenspiel mit dem Eiweiß-Komplex wieder auf Antibiotika reagierten. "Das versetzt uns in die Lage, gut-etablierte Antibiotika wieder gegen resistente Bakterienstämme einzusetzen", so Studienleiter Anders Hakansson von der University of Buffalo.

Ein weiterer Vorteil sei, dass es sich im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Arzneimitteln bei dem aus menschlicher Muttermilch stammenden Eiweiß-Komplex um eine natürlich vorkommende Substanz handele, schreiben die Forscher. Daher komme es nicht zu toxischen Nebenwirkungen, wie sie bei hochwirksamen Antibiotika, die für die Therapie von resistenten Keimen zum Einsatz kommen, auftreten können.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

DASH-Diät steigert die Lebenserwartung

Die Ernährungsform wurde speziell für Bluthochdruck-Patienten entwickelt.

Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?

Eine aktuelle Studie hat die Erfolgsquote von Dampfern und Nicht-Dampfern verglichen.

HIV: Monatliche Spritze statt Pillen

Eine Injektion könnte die tägliche Tabletteneinnahme ersetzen.

Was das Leben um 7 Jahre verlängert

Eine neue Studie zeigt, was die Lebenserwartung verlängert.

Abnehmen: Auf diese Mahlzeit kommt es an

Wann und wie häufig wir essen, spielt bei einer Diät eine wichtige Rolle.

Impfung gegen Mückenspucke im Test

Die Impfung könnte vor Malaria, Gelbfieber und Zika schützen.

Führen Antibiotika zu Geburtsfehlern?

Einige Wirkstoffe könnten dem ungeborenen Baby schaden.

Aortendissektion wird oft nicht erkannt

Die Symptome ähneln denen eines akuten Herzinfarktes.

Beugen Darm-Viren Typ-1-Diabetes vor?

US-Forscher finden einen Virenstamm, der das Diabetes-Risiko verringert.

Warum bei Diabetes die Zähne leiden

Eine neue Studie zeigt einen bisher unbekannten Zusammenhang.

Versteckte Viren verstärken MS

Herpesviren lösen Multiple Sklerose nicht aus, können aber den Verlauf beeinflussen.

Hände verraten viel über Selbstkontrolle

Wie man sich entscheidet, ist oft schon vorher an den Händen zu erkennen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen