Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Zahnbürste nach Infekt wegwerfen?

Aktuelles

Junge Frau putzt sich die Zähne.

Keine Keimschleuder: Nach einem Infekt lässt sich auf Zahnbürsten nur wenig Verdächtiges finden.
© pressmaster - Fotolia

Sa. 04. Mai 2013

Zahnbürste nach Infekt wegwerfen?

Vielfach hört man den Rat, nach einer Halsentzündung, Erkältung oder Grippe die Zahnbürste auszutauschen. Grund dafür ist die Angst vor einer erneuten Ansteckung. Dies könnte überflüssig sein, berichteten US-amerikanische Kinderärzte auf einer Tagung in Washington. Zumindest wenn es um Halsschmerzen geht.

Anzeige

Statt wie bei Mikrobiologen üblich Bakterienkulturen in Petrischalen zu betrachten, hatten die Wissenschaftler der University of Texas das Wachstum von Bakterien auf Zahnbürsten untersucht. Dabei stellten die Forscher zunächst fest, dass für Halsentzündungen verantwortliche Erreger, sogenannte Gruppe-A-Streptokokken, die auf neue Zahnbürsten aufgebracht worden waren, tatsächlich über 48 Stunden auf den Zahnbürsten verblieben. In einem nächsten Schritt zeigte sich jedoch, dass diese Bakterien nicht auf Zahnbürsten von Kindern mit einer Streptokokken-Infektion wuchsen.

Für den zweiten Test hatten die Forscher eine Gruppe von Kindern angewiesen, sich eine Minute lang mit einer neuen Zahnbürste die Zähne zu putzen. Von diesen Kindern hatten 27 Halsschmerzen, in 14 Fällen waren Streptokokken die Krankheitsverursacher. Weitere 27 Kinder hatten keine Halsschmerzen. Anschließend wanderten die Zahnbürsten in eine sterile Hülle und das Bakterienwachstum wurde im Labor beobachtet. Das Ergebnis: Gruppe-A-Streptokokken wurden nur auf einer Zahnbürste gefunden, und die stammte von einem Kind ohne Streptokokken-bedingte Halsentzündung. Stattdessen ließen sich auf den Zahnbürsten andere, für den Mundraum typische Bakterienarten nachweisen.

"Die Studie deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich unnötig ist, die Zahnbürste nach der Diagnose einer Halsentzündung wegzuwerfen", sagt die Kinderärztin und Mit-Autorin Judith L. Rowen. Es seien jedoch noch weitere Studien mit einer größeren Anzahl an Studienteilnehmern nötig, die diese Ergebnisse bestätigten.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Typ-1-Diabetes in Zukunft heilbar?

Forscher haben einen neuen Ansatz für eine Therapie entwickelt.

Bindehautentzündung oft falsch behandelt

In den meisten Fällen ist eine Behandlung mit Antibiotikum nicht sinnvoll.

Impfung gegen hohe Cholesterinwerte?

Forscher tüfteln an einer Behandlung, mit der sich die Werte langfristig senken lassen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Bestimmte Übungen helfen genauso effektiv wie Physiotherapie.

Schlaganfall: Reiten hilft bei der Genesung

Das gilt sogar noch Jahre nach dem Hirnschlag, wie eine neue Studie zeigt.

Vergiftungsgefahr durch Holzkohlegrills

Wer die Grills in Innenräumen verwendet, geht ein hohes Risiko ein.

Fluglärm stört Herz und Blutdruck

Die Gesundheit leidet besonders, wenn der Lärm nachts auftritt.

Autismus durch Fieber bei Schwangeren?

Besonders hoch ist das Risiko im zweiten Abschnitt der Schwangerschaft.

Hunde helfen bei Brustkrebs-Forschung

Tumorgewebe von Hündinnen ähnelt dem Gewebe von Brustkrebs beim Menschen.

Blutzucker über Wochen kontrollieren?

Das könnte bald mit einer einmaligen Injektion möglich sein.

Sind gute Freunde wichtiger als Familie?

Das könnte vor allem für ältere Menschen gelten, wie zwei Studien zeigen.

Ausschlafen schadet der Gesundheit

Experten sprechen von einem sozialen Jet-Lag durch veränderte Bettzeiten am Wochenende.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen