Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Zäpfchen beseitigt Krebsvorstufen

Aktuelles

Frau im Gespräch mit einem Arzt

Zukünftig könnten Frauen, bei denen der Arzt Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs findet, ohne Operation behandelt werden.
© endostock - Fotolia

Sa. 01. Juni 2013

Gebärmutterhals: Zäpfchen beseitigt Krebsvorstufen

Österreichische Wissenschaftler haben eine Möglichkeit gefunden, wie durch humane Papillomaviren (HPV) verursachte Krebsvorstufen am Gebärmutterhals künftig ohne Operation behandeln werden könnten. Dabei wird ein Wirkstoff, der bislang unter anderem als Creme gegen Feigwarzen zum Einsatz kommt, in Zäpfchen-Form an den Ort des Geschehens gebracht und soll dort seine Wirkung entfalten.

Anzeige

Der Wirkstoff Imiquimod verursache eine entzündungsähnliche Reaktion, schreiben die Forscher. Damit wird das Immunsystem aktiviert und erhält quasi einen Schubs in die richtige Richtung. Und den braucht es auch. "Die durch den HP-Virus verursachten Veränderungen werden vom Immunsystem in bestimmten Situationen nicht erkannt und können in diesen Fällen zur Entstehung der Krebsvorstufen führen", sagt der Leiter der Studie, Paul Speiser. Durch die lokale Aktivierung der Immunabwehr werde HPV für das Immunsystem erkennbar gemacht und könne so von diesem bekämpft werden, erklärt Speiser. In ihrer Arbeit konnten die Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien zeigen, dass der Einsatz von Imiquimod zu einer Rückbildungsrate von 69 Prozent führte, wobei das Präparat zugleich gut verträglich gewesen sei. Vor einem routinemäßigen Einsatz seien jedoch noch weitere Studien nötig.

Sollte das Zäpfchen kommen, könnte es Frauen die sogenannte Konisation, bei der veränderte Stellen kegelförmig entfernt werden, mit ihren möglichen Nebenwirkungen, ersparen. Diese Operation wird durchgeführt, wenn stärkere Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals vorliegen. Neben der Gefahr für Infektionen und Blutungen gehen Operationen den Wissenschaftlern zufolge mit einem stark erhöhten Risiko für Frühgeburten einher. So steige die Frühgeburtenrate bei Frauen mit Konisation um 17,2 Prozent gegenüber 6,2 Prozent bei Frauen ohne diesen Eingriff. Die Gefahr eines neuerlichen Auftretens liege zudem bei bis zu 18 Prozent, so die Forscher.

hh

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Italien erlässt Gesetz zur Impfpflicht

Kinder sollen obligatorisch gegen 12 Infektionskrankheiten geimpft werden.

Schwanger dank Röntgenuntersuchung?

Eine spezielle Untersuchung könnte Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen.

Täglich ein Wasser statt Limo hält schlank

Damit lässt sich das Risiko für Übergewicht deutlich reduzieren.

Jeden Tag sterben 3000 Jugendliche

Verkehrsunfall, Selbstmord, Gewalt: Die Ursachen sind sehr oft vermeidbar.

Verhütung mit pflanzlichen Stoffen?

Eine Kombination aus zwei Wirkstoffen ist in der Lage, Spermien auszubremsen.

Europa: Wer trinkt am meisten Alkohol?

Forscher haben eine Übersichtsstudie zum Alkoholkonsum erstellt.

Zink-Tabletten verkürzen Erkältung

Dazu muss das Spurenelement bei den ersten Krankheitszeichen eingenommen werden.

Arthroskopie: Tabu bei Knieproblemen?

Die Operation bringt offenbar keinen Nutzen, hat dafür aber Risiken.

Blutdruck-Werte in Deutschland gesunken

Zwischen Männern und Frauen bestehen jedoch deutliche Unterschiede.

Neue Strategie gegen Haarausfall?

Forscher haben Mechanismen identifiziert, die zum Ergrauen und dem Ausfall der Haare führen.

Vertrauen zum Arzt mindert Schmerzen

Je mehr wir mit einem Arzt gemeinsam haben, desto besser fühlen wir uns behandelt.

Herzschwäche gefährlicher als Krebs?

Forscher warnen davor, die Krankheit zu unterschätzen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen