Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Blick ins Auge gibt Hinweis auf IQ

Aktuelles

Arzt untersucht das Auge einer Patientin mit einer Spaltlampe

Ein Blick auf die Gefäße der Netzhaut des Auges könnte Ärzten Hinweise auf den Zustand des Gehirns geben, so die Hoffnung.
© KGS

Mi. 05. Juni 2013

Blick ins Auge gibt Hinweis auf IQ

Forscher haben einen Zusammenhang zwischen der Weite der Blutgefäße in der Netzhaut des Auges und den geistigen Fähigkeiten sowie dem Intelligenzquotienten (IQ) gefunden. Der Gefäß-Durchmesser könnte damit sogar schon Jahre, bevor Krankheiten wie Demenz auftreten, Hinweise auf den Gesundheitszustand des Gehirns geben, so die Hoffnung.

Das Team aus internationalen Forschern hatte anhand von Daten aus einer neuseeländischen Studie untersucht, ob eine Verbindung zwischen der Intelligenz und der Gesundheit des Gehirns zu finden war. Hierfür war eine Methode aus der Augenheilkunde verwendet worden, mit der die Retina, wie die Netzhaut auch genannt wird, untersucht werden kann. Indem man die kleinen Blutgefäße der Retina betrachte, habe man eine Art Fenster, das Aufschluss über die Zustände der Blutgefäße im Gehirn liefere, erläutern die Forscher in der Fachzeitschrift Psychological Science.

Anzeige

Ihre Ergebnisse: Studienteilnehmer, bei denen die kleinen Venen in der Retina weiter waren, hatten mit 38 Jahren einen geringeren IQ als Teilnehmer mit engeren Venen. Bei Personen mit geweiteten Venen zeigten sich zudem eher Defizite in Bezug auf die geistigen Fähigkeiten. Sie schnitten in zahlreichen Tests, mit deren Hilfe Wissenschaftler kognitive Fähigkeiten messen, darunter Sprachverständnis, schlussfolgerndes Denken und Arbeitsgedächtnis, schlechter ab. Erstaunlich sei, dass Testpersonen, bei denen der Venendurchmesser mit 38 Jahren größer war als bei anderen, als Kinder einen geringeren IQ hatten, so die Forscher.

Ihre Ergebnisse legen nahe, dass Prozesse, die sich auf die Gefäßgesundheit und kognitive Funktionen auswirken, schon deutlich früher beginnen, als bislang angenommen - Jahre, bevor sich geistige Leistungsabfälle, die mit dem Alter oder Demenz-Erkrankungen einhergehen, bemerkbar machen, so die Psychologen. Welche Mechanismen den gefundenen Zusammenhängen zugrunde liegen, sei noch unklar. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff dabei eine Rolle spielen könnte.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Mehr Schlaganfälle durch Cannabis?

Das gilt vor allem, wenn Cannabis in großen Mengen konsumiert wird.

Lebensmittel besser kennzeichnen?

Viele Menschen können mit den Kalorien- oder Nährwertangaben nicht viel anfangen.

Unser Körper altert in drei Phasen

Mit 34, 60 und 78 Jahren geschehen die größten Veränderungen.

Essen im Takt der biologischen Uhr

Die Mahlzeiten an die Tageszeit anzupassen, bringt vor allem für Diabetiker Vorteile.

Hohes Cholesterin ist riskant für Jüngere

Für Menschen unter 45 Jahren bedeutet ein hoher Cholesterinspiegel ein besonderes Risiko.

OP-Infektionen mit Honig verhindern?

Manuka-Honig aus Neuseeland ist in der Lage, das Wachstum von Bakterien zu hemmen.

Neuropathie frühzeitig am Auge erkennen

Die Krankheit macht sich oft erst bemerkbar, wenn sie schon fortgeschritten ist.

Politik kann Todesfälle durch Krebs senken

Strategien wie Werbeverbote für Zigaretten zeigen offenbar Wirkung.

Säureblocker nicht zu häufig einnehmen

Medikamente gegen Sodbrennen erhöhen das Risiko für Magen-Darm-Infekte deutlich.

Wie sich Bakterien im Haushalt verbreiten

Forscher haben multiresistente Keime in verschiedenen Haushalten verfolgt.

Glaukom: Schadet Feinstaub den Augen?

Luftverschmutzung erhöht offenbar das Risiko für ein Glaukom.

Viele Jugendliche bewegen sich zu wenig

Die wenigsten Teenager schaffen es, sich eine Stunde pro Tag zu bewegen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen