Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Mit Botulinumtoxin gegen Heuschnupfen

Aktuelles

Junge Frau steht in einem Rapsfeld und putzt sich die Nase

Theoretisch steht Heuschnupfen-Geplagten mit Botox ein neues Mittel zur Verfügung - wäre es nur nicht so teuer.
© luna - Fotolia

Fr. 07. Juni 2013

Mit Botulinumtoxin gegen Heuschnupfen

Dass ein Nervengift, das als Faltenkiller Karriere gemacht hat, gegen Heuschnupfen helfen soll, hört sich zunächst vielleicht seltsam an. Iranische Forscher konnten jetzt jedoch zeigen, dass Botulinumtoxin einem gängigen Antiallergikum offenbar ebenbürtig ist. Damit könnte sich die breite Palette der Heuschnupfenmittel um ein weiteres bereichern.

Botulinumtoxin A wirkte in der Studie gegen Heuschnupfen ebenso gut wie das gängige Allergiemittel Cetirizin, berichten die Forscher in der Zeitschrift Allergology International. Cetirizin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antihistaminika, der von vielen Heuschnupfen-Patienten als Tablette eingenommen wird. Die 50 Studienteilnehmer hatten entweder eine einmalige Injektion mit Botulinumtoxin A im Naseninneren erhalten oder täglich 10 Milligramm Cetirizin zum Einnehmen. Anschließend wurden über zwei Monate hinweg alle zwei Wochen Symptome wie Niesen, Nasenausfluss, verstopfte Nase, Nasenjucken und gerötete, juckende oder tränende Augen bewertet.

Anzeige

Lediglich gegen den Juckreiz der Nase half Cetirizin offenbar etwas besser, gegen Augenbeschwerden dagegen das Botulinumtoxin. Unterschiede zeigten sich zudem bei den Nebenwirkungen: Das Bakteriengift habe in wenigen Fällen zu trockener Nasenschleimhaut und Nasenbluten geführt, schreiben die Forscher. Dagegen berichteten in der Cetirizin-Gruppe 44 Prozent der Teilnehmer über Müdigkeit und ein geringer Teil über verschwommenes Sehen.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Unterschied ist allerdings der Preis, denn Botulinumtoxin ist relativ teuer. Deshalb werde es wohl nicht zu einem Mittel der ersten Wahl werden, so die Forscher. Allerdings können sie sich vorstellen, dass der Wirkstoff für all jene eine Alternative sein könnte, bei denen herkömmliche Medikamente nicht zufriedenstellend wirken oder die die Therapie nicht durchhalten.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Neuer Wirkstoff senkt hohes Cholesterin

Bempedosäure könnte Patienten helfen, die keine Statine vertragen.

Psychische Probleme bei Jüngeren steigen

Experten führen das auf die vermehrte Nutzung von digitalen Medien zurück.

Zu viel Hygiene fördert Resistenzen

In sehr sterilen Umgebungen bilden sich resistente Keime eher.

Schwanger: Jede Zigarette ist riskant

Während und kurz vor der Schwangerschaft zu rauchen, erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

Schönheitsoperationen werden beliebter

Vor allem Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen werden immer häufiger durchgeführt.

Neue Therapie bei Darmentzündungen?

Die Behandlung könnte vor allem Personen mit schweren Symptomen helfen.

Tripper: Wenn Antibiotika versagen

In Europa werden häufiger Erreger gefunden, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen.

Mehr Snacks wegen Social Media?

Instagram & Co wirken sich offenbar auf das Essverhalten von Teenagern aus.

HIV: Patient nach Behandlung virenfrei

Ärzte hatten zuvor eine Stammzellentransplantation durchgeführt.

Schlaganfall: Höheres Gewicht hat Vorteile

Wer mehr Kilos auf die Waage bringt, überlebt einem Schlaganfall offenbar eher.

Obst und Gemüse tun der Psyche gut

Je mehr davon täglich auf dem Speiseplan steht, desto wohler fühlen wir uns.

Das Herz erkrankt selten an Krebs

Andere Organe sind deutlich anfälliger. Warum das so ist, erklärt ein Experte.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen