Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Selbstmord: Studie hinterfragt die Gründe

Aktuelles

Porträt einer jungen Frau, Gesicht halbseitig angeschnitten

Zu wissen, warum sich Menschen das Leben nehmen wollen, hilft dabei Selbstmorden vorzubeugen.
© Rynio Productions - Fotolia

Fr. 14. Juni 2013

Selbstmord: Studie hinterfragt die Gründe

Nimmt sich ein nahestehender Mensch aus Familie oder Freundeskreis das Leben, ist dies immer eine schreckliche Tragödie. Oft bleibt die Frage nach dem Warum. Eine neue Studie kanadischer Wissenschaftler fand ungewöhnliche Antworten darauf, die helfen könnten, Selbstmorden vorzubeugen.

Anzeige

Die Forscher der University of British Columbia hatten 120 Studenten mittels eines eigens entwickelten, wissenschaftlich getesteten Fragebogens befragt. Die Teilnehmer hatten innerhalb der vorangegangenen drei Jahre einen Selbstmordversuch mit dem klaren Ziel zu sterben unternommen. Es stellte sich heraus, das viele Gründe, von denen man allgemein annimmt, dass sie eine wichtige Rolle bei diesem drastischen Schritt spielen, bei den Studenten relativ selten vorkamen. So waren Selbstmordversuche nur selten das Resultat von Impulsivität, ein Hilfeschrei oder der Versuch, finanziellen oder anders gearteten Problemen zu entkommen, schreiben die Forscher. Zwei Beweggründe, die dagegen durchgängig genannt wurden, waren Hoffnungslosigkeit und überwältigendes emotionales Leid. Standen diese inneren Faktoren im Vordergrund, war der Wunsch zu sterben bei den Selbstmordversuchen am größten, so die Forscher.

Damit liefere ihre Arbeit Ärzten und Wissenschaftlern ein neues Hilfsmittel, um Selbstmorden besser vorzubeugen, die Behandlung zu verbessern und die Wahrscheinlichkeit für weitere Versuche zu verringern, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Suicide and Life-Threatening Behavior. "Zu wissen, warum sich jemand das Leben nehmen möchte, ist von entscheidender Bedeutung, denn es sagt uns, wie wir ihm am besten helfen können", sagt der Psychologe David Klonsky.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Fettleber nicht nur durch Alkohol

Übergewicht und wenig Bewegung sind ebenfalls Risikofaktoren.

Medikamente bringen das Herz aus dem Takt

Einige Wirkstoffe können zu gefährlichen Herzrhythmusstörung führen.

Herzschwäche: Auf das Gewicht achten

Zeigt die Waage plötzlich mehr an, kann das auf eine schlechtere Herzfunktion hinweisen.

Italien erlässt Gesetz zur Impfpflicht

Kinder sollen obligatorisch gegen 12 Infektionskrankheiten geimpft werden.

Schwanger dank Röntgenuntersuchung?

Eine spezielle Untersuchung könnte Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch helfen.

Täglich ein Wasser statt Limo hält schlank

Damit lässt sich das Risiko für Übergewicht deutlich reduzieren.

Jeden Tag sterben 3000 Jugendliche

Verkehrsunfall, Selbstmord, Gewalt: Die Ursachen sind sehr oft vermeidbar.

Verhütung mit pflanzlichen Stoffen?

Eine Kombination aus zwei Wirkstoffen ist in der Lage, Spermien auszubremsen.

Europa: Wer trinkt am meisten Alkohol?

Forscher haben eine Übersichtsstudie zum Alkoholkonsum erstellt.

Zink-Tabletten verkürzen Erkältung

Dazu muss das Spurenelement bei den ersten Krankheitszeichen eingenommen werden.

Arthroskopie: Tabu bei Knieproblemen?

Die Operation bringt offenbar keinen Nutzen, hat dafür aber Risiken.

Blutdruck-Werte in Deutschland gesunken

Zwischen Männern und Frauen bestehen jedoch deutliche Unterschiede.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen