Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Östrogen verhindert Blasenentzündungen

Aktuelles

Ältere Frau in dunkelroter Bluse mit Kaffeetasse in der Hand

Viel trinken, auch wenn das Wasserlassen unangenehm ist, lautet ein gängiger Ratschlag bei Blasenentzündung.
© jogyx - Fotolia

Sa. 22. Juni 2013

Wechseljahre: Östrogen beugt Blasenentzündungen vor

Juckreiz, Brennen beim Wasser lassen und das Gefühl, ständig aufs Klo zu müssen, obwohl nichts kommt: Besonders Frauen nach der Menopause haben häufig mit immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten zu kämpfen. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen könnte ihnen helfen, diese abzuwehren, wie schwedische Wissenschaftler berichten.

Anzeige

Bei einer Blasenentzündung kommen schädliche Bakterien zuerst mit der Innenseite der Harnblase in Kontakt. Das Innere der Blase ist mit einer Gewebeschicht bedeckt, die zum einen als Barriere das darunterliegende Gewebe schützt, zum anderen der Herstellung antibiotisch wirksamer Substanzen dient, sogenannter Peptide. Diese körpereigenen Antibiotika bekämpfen schädliche Mikroorganismen an vorderster Front. Nach der Menopause sei diese Gewebeschicht bei Frauen sehr fragil und oft beschädigt, wobei zwischen den Zellen Lücken entstehen, erläutern die Forscher in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine. Dies wirke sich auf die Fähigkeit aus, Infektionen zu widerstehen.

Dass Frauen in der Postmenopause, also in der Zeit nach der letzten natürlichen Regelblutung, ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen haben, wird mit einem niedrigen Östrogenspiegel in Verbindung gebracht. "Durch eine Behandlung dieser Frauen mit Östrogen können die Zellen, welche die Blase auskleiden, gestärkt und die körpereigene Abwehr gegen Infektionen verbessert werden", sagt die Leiterin der Studie Annelie Brauner, vom Karolinska Institut in Schweden.

Für ihre Studie hatten die Forscher Frauen nach der Menopause für 14 Tage mit Östrogen behandelt und anschließend die Zellen, die mit dem Urin ausgeschieden wurden, analysiert. Sie fanden heraus, dass Östrogen auf die innere Auskleidung der Blase offenbar eine heilende Wirkung hat, indem es die vorhandenen Löcher verschließt. Das Östrogen klebe die Zellen quasi zusammen, so die Forscher. Damit werde es für Bakterien schwierig, diesen Schutzschild zu durchdringen.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

MRT: Zuckerlösung statt Kontrastmittel?

Das neue Verfahren ist für den Körper weniger belastend.

Sommerhitze macht weniger hilfsbereit

Unangenehme Temperaturen beeinflussen offenbar unser Sozialverhalten.

Typ-1-Diabetes in Zukunft heilbar?

Forscher haben einen neuen Ansatz für eine Therapie entwickelt.

Bindehautentzündung oft falsch behandelt

In den meisten Fällen ist eine Behandlung mit Antibiotikum nicht sinnvoll.

Impfung gegen hohe Cholesterinwerte?

Forscher tüfteln an einer Behandlung, mit der sich die Werte langfristig senken lassen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Bestimmte Übungen helfen genauso effektiv wie Physiotherapie.

Schlaganfall: Reiten hilft bei der Genesung

Das gilt sogar noch Jahre nach dem Hirnschlag, wie eine neue Studie zeigt.

Vergiftungsgefahr durch Holzkohlegrills

Wer die Grills in Innenräumen verwendet, geht ein hohes Risiko ein.

Fluglärm stört Herz und Blutdruck

Die Gesundheit leidet besonders, wenn der Lärm nachts auftritt.

Autismus durch Fieber bei Schwangeren?

Besonders hoch ist das Risiko im zweiten Abschnitt der Schwangerschaft.

Hunde helfen bei Brustkrebs-Forschung

Tumorgewebe von Hündinnen ähnelt dem Gewebe von Brustkrebs beim Menschen.

Blutzucker über Wochen kontrollieren?

Das könnte bald mit einer einmaligen Injektion möglich sein.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen