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Junge Patientin erhält Entlassungspapiere von einer Ärztin.

Wer das Krankenhaus nur auf Empfehlung des Arztes verlässt, muss seltener wieder eingeliefert werden.
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Di. 27. August 2013

Krankenhaus-Flucht zahlt sich nicht aus

Krankenhäuser werden ganz unterschiedlich wahrgenommen. Während es die einen beruhigt, Krankenschwestern und Ärzte in Rufnähe zu wissen, haben andere schon kurz nach der OP ihre Tasche gepackt und wollen nach Hause - und zwar so schnell wie möglich. Warum es besser sein könnte, den Rat der Ärzte zu befolgen, hat jetzt ein kanadisches Forscherteam herausgefunden.

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Patienten, die gegen ärztlichen Rat vorzeitig das Krankenhaus verlassen, laufen eher Gefahr, erneut eingewiesen zu werden als diejenigen, die die empfohlen Zeit abwarten. Das berichten Wissenschaftler der Universität von Manitoba in Kanada. Sie hatten über 20 Jahre die Daten von mehr als 1.900.000 Krankenhauspatienten Manitobas analysiert, von denen über 21.000 das Krankenhaus auf eigene Verantwortung vorzeitig verlassen hatten. Bei letzteren war die Gefahr einer neuerlichen Einweisung im Monat nach Verlassen der Klinik dreimal so hoch. Ein Viertel der Rückkehrer musste direkt am Tag danach wieder ins Krankenhaus zurück, der Rest innerhalb von zwei Wochen. Zusätzlich war bei vorzeitigem Verlassen die Gefahr, in den anschließenden drei Monaten zu sterben, zweieinhalbmal so hoch, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Canadian Mediacal Association Journal (CMAJ) berichten.

"In beiden Fällen, Wiedereinweisung und Tod, waren die höheren Raten für diese Patienten kurz nach Verlassen des Krankenhauses am höchsten und sanken dann langsam ab", berichtet Dr. Allan Garland gemeinsam mit Kollegen. Doch waren sie selbst 180 Tage später noch nachweisbar. Die Forscher vermuten, dass die erhöhte Gefahr zum einen mit der Krankheit der Patienten selbst, aber auch mit deren Verhalten nach der Entlassung zusammenhängen könnte, zum Beispiel dem Nichtbefolgen ärztlicher Anweisungen oder dem Weglassen von Medikamenten. Es gehe daher vermutlich nicht nur darum, Patienten davon zu überzeugen, die empfohlene Zeit im Krankenhaus zu bleiben, sondern um längerfristige Maßnahmen, die über den Krankenhausaufenthalt hinaus reichen, so die Forscher.

HH

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