Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Mit Masernviren Krebs bekämpfen

Aktuelles

Forscherin im Labor pipettiert etwas

Forschern ist es gelungen, Masernviren im Labor so zu verändern, dass sie ausschließlich Krebszellen ansteuern und diese zerstören.
© Alexander Raths - Fotolia

Mi. 04. September 2013

Mit Masernviren Krebs bekämpfen

Im Kampf gegen Krebs haben Heidelberger Forscher eine neue Möglichkeit gefunden, wie sich Krebszellen gezielt ansteuern und zerstören lassen. Sie bedienen sich dabei der Hilfe eines Virus, das so gut wie jeder durch Krankheit oder Impfung persönlich kennt – das Masernvirus.

Anzeige

Die Forscher des Nationalen Centrums für Tumorforschung (NCT) in Heidelberg haben ein abgeschwächtes Masernvirus, das für Impfungen verwendet wird, genetisch so verändert, dass es ausschließlich Krebszellen ansteuert. "Wir verändern das Virus derart, dass es gezielt an Rezeptoren der Krebszellen andockt und nicht etwa gesunde Zellen angreift", so Dr. Guy Ungerechts vom NCT. Sind die Viren erst einmal in die Krebszellen eingedrungen, zerstören sie diese. Darüber hinaus helfen die veränderten Masernviren dem Immunsystem, den Tumor als schädlich wahrzunehmen und anzugreifen. Dazu lösen sie die Freisetzung von Botenstoffen aus, welche körpereigene Abwehrzellen anlocken. Diese greifen dann die Krebszellen an, die von den Viren nicht erreicht worden seien, heißt es von Seiten der Forscher.

Nach erfolgreichen Versuchen im Labor sollen nun klinische Studien mit Menschen folgen. "Wir werden zunächst Patienten mit weit fortgeschrittenen Tumorleiden behandeln, um die Verträglichkeit dieser neuen Behandlungsmethode zu untersuchen und um erste Hinweise auf die Wirksamkeit zu bekommen", so Ungerechts. Darüber hinaus arbeiten die Forscher daran, das Therapiekonzept weiter zu entwickeln. Denkbar sei etwa, die Masernviren so zu verändern, dass sie Selbstmordgene tragen. Diese führen dazu, dass infizierte Krebszellen einen für gewöhnlich harmlosen Stoff in ein Zellgift umwandeln und sich so von innen heraus selbst zerstören.

Deutsche Krebshilfe/HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Herzinfarkt: Zögern ist gefährlich

Auch schleichend beginnende Beschwerden sind ein Notfall und müssen ernst genommen werden.

Vorurteile wirken sich auf Krebstherapie aus

Unverheiratete Patienten werden bei der Behandlung offenbar benachteiligt.

Warum wir zunehmen, wenn wir älter werden

Viele Menschen legen mit den Jahren an Gewicht zu, obwohl sie sich genauso ernähren wie zuvor.

Filter schützen vor Schlaganfall

Ein Filter, der in die Halsschlagader eingesetzt wird, schützt Patienten vor einem Schlaganfall.

Wie Hörgeräte die Gesundheit schützen

Ein unbehandelter Hörverlust kann Stürze, Depressionen und sogar Demenz nach sich ziehen.

Vegetarier haben ein gesünderes Herz

Wer auf Fleisch verzichtet, hat ein geringeres Risiko für eine Gefäßverkalkung.

Krebs tödlicher als Herz-Kreislauf-Leiden

In reichen Ländern ist Krebs mittlerweile die Todesursache Nummer eins.

Früher Tod durch süße Getränke?

Ab zwei Softdrinks täglich, egal ob mit Zucker oder Süßstoff, steigt das Risiko.

Zeit mit den Enkeln hält gesund

Senioren, die regelmäßig etwas mit ihren Enkeln unternehmen, leben länger.

Gluten schadet Gesunden nicht

Wer nicht unter einer Unverträglichkeit leidet, muss auf Brot, Nudeln & Co nicht verzichten.

Dicke Menschen sind eher depressiv

Mit jedem überflüssigen Kilo steigt das Risiko für eine Depression.

Jeden zweiten Tag fasten: Was passiert?

Eine solche Diät hat offenbar mehrere positive Auswirkungen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen