Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Östrogenmangel macht Männer dick

Aktuelles

Bärtiger Mann um die 40 mit etwas Übergewicht und schütterem Haar in blaukariertem Hemd lächelt freundlich in die Kamera

Gewisse Beeinträchtigungen im mittleren Alter sind einem Mangel an Testosteron zuzuschreiben. Übergewicht scheint aber durch zu wenig Östrogen bedingt zu sein.
© oocoskun - Fotolia

Fr. 13. September 2013

Östrogenmangel macht Männer dick

Wenn sich bei Männern im mittleren Alter der Körper verändert, es ihnen an Energie fehlt oder es mit dem Sex nicht mehr so klappt, kann das am natürlichen Rückgang der Testosteron-Produktion liegen. US-Wissenschaftler fanden jetzt jedoch heraus, dass bei diesen Veränderungen offenbar auch das weibliche Sexualhormon Östrogen mitmischt.

Ursprünglich hatten sich die Forscher dafür interessiert, ab welchen Testosteron-Mengen welche Symptome auftreten. Denn obwohl bei Männern immer häufiger ein Hormonmangel festgestellt werde und auch die Verschreibung von Testosteron-Präparaten drastisch gestiegen sei, sei bisher noch unklar gewesen, ab welchen Testosteron-Mengen körperliche Funktionen beeinträchtigt werden, so die Wissenschaftler. "Die größte Überraschung war, dass einige der Symptome, die routinemäßig einem Testosteronmangel zugeschrieben werden, offenbar zum Teil auf einen Mangel an Östrogen zurückzuführen sind", so Dr. Joel Finkelstein, einer der Forscher.

Anzeige

Üblicherweise wird ein kleiner Teil des vorhandenen Testosterons im Körper in Östrogen umgeformt. Je höher der Testosteronspiegel, umso mehr Östrogen wird gebildet. Mangelt es dagegen an dem einen Hormon, herrscht auch bei dem anderen Ebbe. Im Rahmen der Studie trat nun zutage, dass ein Mangel an Östrogen die Menge des Körperfetts erhöhte und sexuelle Funktionen wie Verlangen und Erektionsfähigkeit beeinträchtigte. Auf die fettfreie Körpermasse, Muskulatur und Kraft hatte der Östrogenmangel hingegen keine Auswirkungen, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichten.

Die Erkenntnisse legen nun nahe, dass Testosteron, das bei einer Hormon-Ersatz-Therapie zum Einsatz komme, im Körper zu Östrogen umwandelbar sein sollte. Bevor jedoch allgemein zu einer solchen Therapie für Männer geraten werden könne, müsste sich die Forschung noch mit möglichen Folgen, besonders im Hinblick auf die Prostata und Herzkrankheiten, befassen, so die Forscher.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Hohes Cholesterin ist riskant für Jüngere

Für Menschen unter 45 Jahren bedeutet ein hoher Cholesterinspiegel ein besonderes Risiko.

OP-Infektionen mit Honig verhindern?

Manuka-Honig aus Neuseeland ist in der Lage, das Wachstum von Bakterien zu hemmen.

Neuropathie frühzeitig am Auge erkennen

Die Krankheit macht sich oft erst bemerkbar, wenn sie schon fortgeschritten ist.

Politik kann Todesfälle durch Krebs senken

Strategien wie Werbeverbote für Zigaretten zeigen offenbar Wirkung.

Säureblocker nicht zu häufig einnehmen

Medikamente gegen Sodbrennen erhöhen das Risiko für Magen-Darm-Infekte deutlich.

Wie sich Bakterien im Haushalt verbreiten

Forscher haben multiresistente Keime in verschiedenen Haushalten verfolgt.

Glaukom: Schadet Feinstaub den Augen?

Luftverschmutzung erhöht offenbar das Risiko für ein Glaukom.

Viele Jugendliche bewegen sich zu wenig

Die wenigsten Teenager schaffen es, sich eine Stunde pro Tag zu bewegen.

Rheuma: Abnehmen bessert Therapie

Bei übergewichtigen Patienten wirken viele Rheuma-Medikamente schlechter.

Sind viele Herz-OPs überflüssig?

Bei der koronaren Herzkrankheit helfen Medikamente offenbar ebenso gut.

Viel Eiweiß kann bei Übergewicht schaden

Eine sehr proteinreiche Ernährung ist unter Umständen schädlich für die Nieren.

Migräne: Diagnose dauert oft lange

Viele Patienten mit Migräne sind nicht optimal versorgt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen