Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Schilddrüsenhormone steuern Temperatur

Aktuelles

Frau sitzt an einem Tisch und stützt sich schlapp auf ihren Händen ab

Wer unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, friert nicht nur schnell, sondern fühlt sich auch oft schlapp.
© Picture-Factory - Fotolia

Di. 17. September 2013

Wie die Schilddrüse die Körpertemperatur beeinflusst

Funktioniert die Schilddrüse nicht richtig, spielt das Temperaturempfinden oft verrückt: zu viele Hormone können zu Schwitzattacken, zu wenige zu Dauerfrösteln führen. Schwedische Forscher haben jetzt eine neue Erklärung gefunden, warum es bei Menschen mit einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion an der Temperatur-Regulation hapert.

Demnach beeinflussen Schilddrüsenhormone, wie stark sich Blutgefäße weiten und damit, wie viel Wärme verloren geht, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) berichten. Bisher erklärte man sich das veränderte Temperaturempfinden mit dem Einfluss der Schilddrüsenhormone auf den Stoffwechsel in den Zellen, so die Forscher.

Anzeige

Auf den neuen Ansatz waren die Wissenschaftler gestoßen, als sie Versuche mit einer speziellen Mausart gemacht hatten. Der Stoffwechsel dieser Mäuse läuft trotz einer Schilddrüsenunterfunktion, also einem Mangel an Schilddrüsenhormonen, auf Hochtouren. Aber warum? Mithilfe von Infrarotaufnahmen konnten die Forscher sehen, dass solche Mäuse viel Wärme über weit gestellte Gefäße verlieren. Um nicht auszukühlen, würden die Mäuse ihr braunes Fettgewebe, also die Energiereserven, verbrennen und zur Wärmeproduktion nutzen, so die Forscher. Dass die Mäuse überhaupt Wärme verlieren, erklären sie sich damit, dass bei einer Schilddrüsenunterfunktion das Engstellen der Blutgefäße nicht richtig funktioniere.

Der Wärmeverlust über die Blutgefäße könnte auch bei Menschen mit einer fehlgeleiteten Schilddrüse zum Frösteln führen, vermuten die Forscher. "Anders als Mäuse können Menschen dies jedoch mit einer Extra-Schicht an Kleidung oder dem Temperaturregler der Heizung kompensieren", sagt Dr. Jens Mittag, einer der Autoren der Studie.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Mittelmeerdiät macht schneller satt

Forscher haben untersucht, ob sich die Art der Ernährung auf die Kalorienmenge auswirkt, die man zu sich nimmt.

Apothekenschließung schlecht für Therapie

Forscher haben einen Zusammenhang zwischen der Schließung von Apotheken und der Therapietreue von Herzpatienten gefunden.

Menschliches Herz aus dem 3D-Drucker

Forscher haben ein kleines Herz aus menschlichem Gewebe hergestellt.

Diabetes-Mittel schützt die Niere

Ein bekannter Wirkstoff hat offenbar eine sehr positive Wirkung auf die Niere.

Einheitsgefühl macht glücklich

Menschen, die daran glauben, dass alles auf der Welt verbunden ist, sind zufriedener.

Bleaching-Produkte schaden den Zähnen

Die Bleichmittel greifen das Dentin an, das unter dem Zahnschmelz liegt.

Schlafmangel lässt uns schwarzsehen

Forscher haben untersucht, wie sich unsere Gefühlswelt verändert, wenn wir müde sind.

Partnerschaft lindert messbar Stress

Die positiven Auswirkungen einer Beziehung lassen sich sogar an den Augen ablesen.

Dunkle Schokolade senkt den Blutdruck

Schokolade mit hohem Kakaoanteil hat eine positive Wirkung auf die Gefäße.

Woran dicke Kinder am meisten leiden

Nicht nur stark übergewichtige Kinder sind von diesen Problemen oft betroffen.

Ungesundes Essen tötet Millionen Menschen

Weltweit stirbt jeder Fünfte an den Folgen von ungünstiger Ernährung.

Warum Tiere älteren Menschen guttun

Haustiere helfen dabei, Stress zu lindern, sich mehr zu bewegen und Kontakte zu knüpfen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen