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Arzt hält Röntgenbild eines Brustkorbs gegen das Licht und bespricht es mit einer Patientin mit Kopftuch

Brustkrebs-Patientinnen können offenbar davon profitieren, wenn Ärzte auch die Lymphknoten bestrahlen, die hinter dem Brustbein und oberhalb des Schlüsselbeins liegen.
© JPC-PROD - Fotolia

Mo. 30. September 2013

Brustkrebs: Bestrahlung von Lymphknoten von Vorteil

Bei Brustkrebs im Frühstadium kann eine Strahlentherapie der Lymphknoten, die hinter dem Brustbein und oberhalb des Schlüsselbeins liegen, die Überlebenschancen verbessern ohne dabei die Nebenwirkungen zu erhöhen. Zu diesem Schluss kommen Forscher, die die Daten von über 4.000 Brustkrebs-Patientinnen ausgewertet hatten.

Bei Krebserkrankungen spielt der Abfluss von Gewebeflüssigkeit über Lymphgefäße eine wichtige Rolle, da man davon ausgeht, dass sich der Krebs auf diesem Weg leichter in andere Körperregionen ausbreiten kann. Bei Brustkrebs sind zwei Lymphknoten-Regionen von Bedeutung. Der Hauptabflussweg verläuft über die Achselhöhle. Betroffene Lymphknoten werden häufig entfernt, bestrahlt oder beides. Ein zweiter Abflussweg, der nun im Fokus der Forscher stand, verläuft über Lymphknoten, die unter dem Brustbein beziehungsweise knapp oberhalb des Schlüsselbeins liegen.

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"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patientinnen von einer Bestrahlung dieser Lymphknoten mehr profitieren als von einer Bestrahlung der Brust und Thoraxwand alleine", so Dr. Philip Poortmans auf einem Kongress von Krebsspezialisten in Amsterdam. Es seien weniger häufig Fernmetastasen aufgetreten und die allgemeinen Chancen, die Krankheit zu überleben, hätten sich verbessert, so der Radioonkologe vom Institute Verbeeten im niederländische Tilburg. Nach durchschnittlich 10,9 Jahren hatten in der Gruppe mit Bestrahlung dieser Lymphknoten mehr Patientinnen überlebt als in der Gruppe ohne Bestrahlung. Bis jetzt seien keine ernsthaften Komplikationen durch die Behandlung aufgetreten, so der Wissenschaftler.

Die positiven Auswirkungen der Therapie könnten darauf zurückzuführen sein, dass mit ihrer Hilfe mikroskopisch kleine Tumorablagerungen in den Lymphknoten entfernt werden, vermuten die Forscher. Für den positiven Effekt könnten zudem Wechselwirkungen zwischen der Lymphknoten-Behandlung und der systemischen Therapie, also Chemotherapie, Hormontherapie und gezielter Krebstherapie, verantwortlich sein.

HH

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