Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung UV-Licht reduziert OP-Infektionen

Aktuelles

Blick in einen OP-Saal: Zwei Ärzte operieren Patienten, der mit blauen Tüchern abgedeckt ist, im Vordergrund ein Tisch mit OP-Besteck

Schiene während einer OP zusätzlich zum normalen Licht noch spezielles UV-Licht auf die Wunde, könnte das den Patienten vor Infektionen schützen.
© BVMed-Bilderpool

Do. 17. Oktober 2013

Weniger Infektionen nach OP durch UV-Licht

Trotz der Bemühungen, OP-Säle keimfrei zu halten, kommt es nach Operationen immer wieder zu Wundinfektionen. US-amerikanische Forscher haben nun herausgefunden, wie sich diese einfach und kostengünstig verhindern lassen könnten: mit speziellem UV-Licht.

Anzeige

In einer Studie wirkte spezielles UV-Licht mit einer Wellenlänge von 207 Nanometern im Labor gegen die getesteten Keime und war gleichzeitig gut verträglich für menschliche Hautproben. Als Test-Bakterium wurde Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) ausgewählt, das gegen verschiedene Antibiotika resistent ist und daher als Problem-Keim gilt. Solche Keime gelangen bei Operationen unaufhörlich über die Luft auf ansonsten sterile Wunden. Würde während einer Operation jedoch das 207-Nanometer-UV-Licht auf die Wunde scheinen, würden die Bakterien im Moment der Landung abgetötet werden, erklärt Professor Dr. David Brenner vom Columbia University Medical Center.

UV-Licht wird derzeit bereits standardmäßig verwendet, um zum Beispiel OP-Besteck zu sterilisieren. Ein Großteil des Lichtspektrums dieses verwendeten UV-Lichts ist jedoch schädlich für Augen und Haut und kann Hautkrebs verursachen. Es wird daher so gut wie nie im OP-Saal eingesetzt, da bei einer Nutzung umständliche Schutzmaßnahmen für die Anwesenden – Chirurgen und Patienten – nötig wären. Das spezielle 207-Nanometer-Licht hingegen kann nicht bis zum Erbmaterial der Hautzellen vordringen – kann dadurch auch keinen Krebs auslösen – und erreicht auch die empfindlichen Zellen in der Linse des Auges nicht. Die auf der Wunde landenden Bakterienzellen werden durch das Licht aber dennoch abgetötet, da sie viel kleiner sind als menschliche Zellen. Der Einsatz des UV-Lichts mit der speziellen Wellenlänge im OP-Saal scheint daher ohne Schutzmaßnahmen möglich.

JM/FH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Asthma: neue Leitlinien geplant

Die Asthmatherapie wird genauer, individueller und flexibler als früher.

Biosensoren spüren Krankheiten auf

Tragbare Sensoren am Körper könnten zur Früherkennung vieler Krankheiten beitragen.

Yoga lindert Rückenschmerzen

Regelmäßige Übungen verbessern die Beweglichkeit und lindern Schmerzen.

Achillessehnenriss: OP nicht immer nötig

Auch eine konservative Behandlung mit abnehmbarem Schuh zeigt gute Ergebnisse.

Rotes Fleisch fördert Darmentzündungen

Mit kleinen Änderungen im Speiseplan lässt sich das Risiko jedoch senken.

Stottern: Hirn schlecht durchblutet

Forscher sind auf der Suche nach der Ursache für die Sprachstörung.

Säureblocker erhöhen die Infektionsgefahr

Magen-Darm-Keime haben es leichter, wenn Medikamente die Magensäure reduzieren.

Hörverlust durch Eisenmangel?

Ein Mangel kann zu Blutarmut führen und weitreichende Folgen haben.

JQ1 lässt Hodenkrebs schrumpfen

Ein neuer Arzneistoff wirkt im Tierversuch bei schwer behandelbaren Krebsformen.

Arzneistoff-Duo dreht Krebs den Saft ab

Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Diabetesmittel Metformin.

Empfindliche Keime trotzen Antibiotika

Eine Art Nachbarschaftshilfe sorgt dafür, dass manche Bakterien überleben.

Teenagerdiäten fordern Familie heraus

Die Diät kann vor allem an Feiertagen diverse Probleme beschwören.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen