Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Saisonale Depression: Jeder 5. betroffen

Aktuelles

Junge traurige Frau lehnt ihren Kopf gegen ein Fenster und schaut hinaus

Bei jungen Frauen kommt eine saisonale Depression am häufigsten vor.
© redhorst - Fotolia

Mo. 21. Oktober 2013

Herbst-/Winterdepression: Jeder fünfte betroffen

Schätzungen gehen davon aus, dass in unseren Breiten etwa zehn bis zwanzig Prozent der Bevölkerung eine milde Form der saisonalen Depression entwickeln. Bei weiteren fünf Prozent kommt es zu einer ausgeprägten depressiven Episode. Von dieser Depressionsform, die überwiegend im Herbst und im Winter auftritt, sind vermehrt jüngere Menschen betroffen – Frauen trifft es dabei häufiger.

"Typische Symptome sind eine subjektiv erlebte Energielosigkeit und eine depressive Stimmungslage, die sich im Verlauf der Herbst‐Winter‐Monate steigern kann. Zudem können Angstzustände und verstärkte Tagesmüdigkeit sowie eine Gewichtszunahme und Heißhunger auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel auftreten ", berichtet Professor Dr. med. Thomas Schläpfer von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Die Störung sei durch wiederholte depressive Episoden charakterisiert, die einem saisonalen Muster folgten, so Schläpfer. Bei einem hohen Leidensdruck und/oder Problemen bei der Bewältigung des Alltags sollte ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aufgesucht werden.

Zur Behandlung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Eine davon ist die therapeutische Zufuhr von UV‐Licht. "In der Regel setzt bei vielen Betroffenen nach zwei bis drei Wochen eine deutlich Besserung des Befindens ein, wenn sie sich täglich für etwa 30 Minuten mit offenen Augen vor eine Lichtquelle mit einer Intensität von etwa 10.000 Lux setzen", weiß der Experte. Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme einer bestimmten Gruppe von Antidepressiva, den so genannten selektiven Serotonin‐Wiederaufnahme‐Hemmern.

Vorbeugen lässt sich einer saisonalen Depression oftmals durch eine ausreichende Aufnahme von UV‐Licht. Dazu genügt bereits ein einstündiger Aufenthalt oder Spaziergang im Tageslicht, selbst wenn der Himmel bedeckt ist.

DGPPN

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Hautkontakt mit der Mutter nützt dem Hirn

Das galt sowohl für frühgeborene als auch für reifgeborene Babys.

Zu viel Salz schwächt das Immunsystem

Wie Bonner Forscher herausfanden, beeinträchtigt Salz die Abwehr gegen bakterielle Erreger.

Schmerzen durch langes Sitzen?

Forscher haben ein kleines Programm mit effektiven Übungen entwickelt.

Tofu schützt vor Herzerkrankungen

Grund dafür ist vermutlich das enthaltene pflanzliche Eiweiß.

Zweiter Herzinfarkt durch Stress?

Wer bereits einen Herzinfarkt hatte, ist besonders anfällig.

Hoher Blutdruck bei jungen Sportlerinnen

Forscher haben eine überraschende Entdeckung gemacht.

Covid-19: Kinder übertragen die Viren

Junge Menschen entwickeln selten Symptome, können andere aber anstecken.

Coronavirus: Warum die Angst so groß ist

Eine Psychologin erklärt die Hintergründe und gibt Tipps für den Umgang mit der aktuellen Situation.

Mit Ausdauersport gegen Vorhofflimmern

Sport hilft bei Herzrhythmusstörungen ebenso gut wie Medikamente.

Grippe: Kommt ein universeller Impfstoff?

Ein neuartiger Impfstoff hat gerade eine wichtige klinische Studie bestanden.

Stern-Partikel helfen bei Hautkrankheiten

Durch die neuartigen Partikel dringen Wirkstoffe besser in die Haut ein.

Warum Frauen länger leben als Männer

Forscher glauben, dass der Grund dafür im doppelten X-Chromosom liegt.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen