Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Löst Bakterien-Gift Neurodermitis aus?

Aktuelles

Frau mittleren Alters in weißem Trägershirt cremt sich den rechten Oberarm ein

Eine intensive Hautpflege soll bei Neurodermitis dafür sorgen, dass die Entzündungen nicht so oft aufflammen.
© Kitty - Fotolia

Do. 31. Oktober 2013

Löst Bakterien-Giftstoff Neurodermitis aus?

Gerötete, schuppende Haut und ein schrecklicher Juckreiz sind die quälenden Hauptsymptome der Hauterkrankung Neurodermitis. Bisher ist unklar, was genau die Krankheit verursacht oder einen Schub auslöst. US-Forscher haben jetzt eine mögliche Erklärung gefunden und damit vielleicht einen Weg zu neuen Therapien.

Der von ihnen ausgemachte Übeltäter ist ein weit verbreitetes Bakterium, das unter anderem die Haut besiedelt: Staphylococcus aureus. In Tierversuchen fanden die Forscher heraus, dass diese Bakterien einen Giftstoff freisetzen können, das sogenannte Delta-Toxin. Dieser regt offenbar in der Haut sitzende Zellen des Immunsystems – die Mastzellen - an, bestimmte Stoffe freizusetzen und so einen Hautausschlag, ähnlich einer Neurodermitis, auszulösen, berichten die Forscher im Fachblatt Nature. Wurde die Haut der Versuchsmäuse Bakterien-Stämmen ausgesetzt, die diesen Giftstoff nicht freisetzten, blieb das Ekzem aus.

Anzeige

Die Forscher hoffen, dass ihre Forschungsergebnisse letztlich zu neuen Therapie-Möglichkeiten für Neurodermitis-Patienten führen könnten. Doch steht die Forschung hier noch am Anfang. Andere Faktoren, darunter im Erbgut verankerte, spielen für die Krankheit wahrscheinlich ebenfalls eine Rolle, so Senior-Autor Gabriel Nunez. Außerdem sei noch unklar, ob der bei den Mäusen gesehene Effekt auch bei Menschen auftrete.

Für einen Zusammenhang mit dem Giftstoff spricht, dass die Wissenschaftler auf der Haut von Neurodermitis-Patienten in der Tat höhere Mengen des Delta-Toxins nachweisen konnten. Auch die Tatsache, dass die Symptome bei manchen Patienten, die wegen einer anderen Krankheit Antibiotika einnahmen, abflauten, deutet auf eine Bakterien-Beteiligung hin. Die Herausforderung sei es, die Wirkung des Giftstoffs aufzuheben, ohne dabei Bakterien zu züchten, die gegen Antibiotika resistent sind, so die Forscher.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Gängige Pille drückt die Stimmung

Eine der häufigsten Wirkstoffkombinationen zur Verhütung scheint die Lebensqualität zu senken.

Herzinfarktform, die eher Jüngere betrifft

Die spontane Koronardissektion tritt häufiger bei Frauen auf.

Ständig laufende Nase durch dreckige Luft

US-Forscher zeigen, welche Prozesse Feinstaub in Nase und Nebenhöhlen auslöst.

Viele Kinder schlafen im Bett der Eltern

Nicht nur Babys: Das setzt sich teilweise bis ins Teenager-Alter fort.

Migräne: Welche Rolle spielt das Gewicht?

Forscher haben analysiert, ob Unter- oder Übergewicht das Risiko erhöht.

Frische Früchte beugen Diabetes vor

Auch Diabetiker profitieren, wenn sie regelmäßig Obst essen.

Vor dem Sport essen oder nicht?

Wer abnehmen möchte, verzichtet vor dem Training besser auf eine Mahlzeit.

Virus führt zu Gluten-Unverträglichkeit

Ein bisher für harmlos gehaltenes Virus könnte die Autoimmunkrankheit Zöliakie auslösen.

Antibiotikum hilft bei Ängsten

Der Wirkstoff Doxycyclin beeinflusst das emotionale Gedächtnis.

Wie Kalium den Blutdruck senkt

Die normale westliche Ernährung mit viel Salz treibt den Blutdruck eher hoch.

FSME-Infektion nach Rohmilch-Verzehr

Nicht nur Zecken, auch infizierte Nahrungsmittel können das Virus übertragen.

Was bei Schlafmangel im Gehirn passiert

Im Gehirn laufen messbare Veränderungen ab, wie deutsche Forscher feststellten.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen