Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Urin-Eiweiß treibt den Blutdruck hoch

Aktuelles

Seniorin bekommt von jüngerer Ärztin den Blutdruck gemessen

Hoher Blutdruck? Der kann auch durch eine erhöhte Konzentration des Eiweißstoffs Uromodulin entstehen, wie Forscher jetzt entdeckt haben.
© goodluz - Fotolia

Mo. 04. November 2013

Eiweißstoff aus dem Urin treibt den Blutdruck hoch

Der Eiweißstoff Uromodulin wird mit dem Urin ausgeschieden. Eine erhöhte Konzentration an Uromodulin kann zu Bluthochdruck und Nierenschäden führen. Das entdeckte ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Dr. Olivier Devuyst von der Universität Zürich.

Anzeige

Manche Menschen bilden erblich bedingt mehr Uromodulin im Körper und scheiden eine höhere Menge dieses Eiweißes über die Niere mit dem Urin aus. In Versuchen mit Mäusen ist den Studienautoren aufgefallen, dass Tiere, die viel Uromodulin produzieren, in den Nieren auch verstärkt Salz wieder ins Blut aufnehmen: Das wiederum treibt den Blutdruck hoch. Mit einem gängigen Entwässerungsmittel, das gegen hohen Blutdruck eingesetzt wird, konnten die Forscher die Werte wieder normalisieren. Die Resultate lassen sich laut der Forscher direkt auf den Menschen übertragen. Gerade Personen, die mehr Uromodulin ausscheiden, sprächen stärker auf das Entwässerungsmittel an, so Devuyst.

Zudem schädige dieses Eiweiß die Nieren auch direkt. Die Auswirkungen dieses schleichenden Prozesses zeigten sich laut der Forscher vorwiegend im Alter. Die Studie bringt den Eiweißstoff als einen neuen Behandlungsansatz zur Kontrolle des Blutdruckes und zum Erhalt der Nierenfunktion ins Spiel. Uromodulin ist dabei längst bekannt. Es ist das am höchsten konzentrierte Eiweiß im Urin und wurde bereits vor mehr als 50 Jahren entdeckt. Seine Rolle im Körper war bisher jedoch weitgehend unklar.

RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Vielseitige Ernährung nicht immer gesund

Wer sich vielseitig ernährt, nimmt häufig auch mehr Kalorien zu sich.

Alkohol macht Lust auf Ungesundes

Bier, Wein & Co wirken sich auch auf unsere Ernährungsgewohnheiten aus.

Neues Medikament beugt Herzinfarkt vor

Der Wirkstoff greift Darmbakterien an, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten beteiligt sind.

Bakterien trotzen Desinfektionsmittel

Krankenhauskeime werden zunehmend resistent gegenüber Desinfektionsmitteln.

Psychische Krankheit wegen Virus?

Ein Herpesvirus könnte für Depressionen und bipolare Störungen verantwortlich sein.

Pflegende Angehörige schlafen oft schlecht

9 von 10 Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen pflegen, leiden unter Schlafmangel.

Kopfverletzung: Bluttest statt CT?

Der Test liefert deutliche Hinweise auf schwere Komplikationen wie Hirnblutungen.

Länger ansteckend bei Übergewicht?

Das Körpergewicht könnte für die Verbreitung der Grippe eine Rolle spielen.

Wie Ingwer für frischen Atem sorgt

Forscher haben die Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe genauer untersucht.

Telomere: Nicht nur die Länge ist wichtig

Auch die Struktur der Telomere spielt für die Gesundheit eine wichtige Rolle.

E-Bikes verbessern die Ausdauer

Vor allem untrainierte Menschen profitieren von Pedelecs.

Trockene Augen wegen Immunzellen?

Immunzellen, die eigentlich vor Infektionen schützen, könnten das Auge austrocknen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen