Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Gicht liegt zum Teil in der Familie

Aktuelles

Familie um gedeckten Tisch. Vater im Seniorenalter schneidet den Truthahn an

Duftet verlockend - aber wer familiär bedingt zu Gicht neigt, nimmt vom Festtagsbraten besser nur eine kleine Portion.
© Monkey Business - Fotolia

Di. 03. Dezember 2013

Gicht liegt zum Teil in der Familie

Gicht, früher auch als "Krankheit der Könige" bezeichnet, ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die viel mit dem Lebensstil zu tun hat. Eine purinreiche Ernährung mit viel Fleisch und starker Alkoholkonsum spielen hier eine Rolle. Dass die Erkrankung auch eine erbliche Komponente hat, konnten jetzt britische Forscher bestätigen.

Anzeige

Die Forscher hatten hierfür Gesundheitsdaten der Bevölkerung in Taiwan analysiert, einem Land, in dem Gicht weltweit am häufigsten vorkommt. Insgesamt untersuchten die Forscher Daten von rund 4,2 Millionen Familien. Sie konnten nachweisen, dass Gicht innerhalb von Familien gehäuft auftritt, wobei das Erkrankungsrisiko deutlich höher war, wenn Verwandte ersten oder zweiten Grades schon an Gicht erkrankt waren, wie die Forscher online in einer medizinischen Fachzeitschrift für Rheuma-Erkrankungen berichten.

Das Risiko erhöhe sich mit der Anzahl an Verwandten ersten Grades, also Eltern, Kindern oder Geschwistern, die von Gicht betroffen seien, so die Wissenschaftler. Habe ein Bruder Gicht, steige das Erkrankungsrisiko für Geschwister um das Achtfache. Bei einem Elternteil oder einem eigenen Kind mit Gicht, sei das Risiko doppelt so hoch. Nicht ganz so stark, aber immer noch deutlich, nahm das Gichtrisiko zu, wenn ein Verwandter zweiten Grades erkrankt war, also Großeltern, Onkel oder Tanten, Nichten oder Neffen.

Allerdings spielen für das Erkrankungsrisiko zusätzlich zum Erbgut auch Faktoren wie Ernährung und Lebensstil eine wichtige Rolle. Dies ist einer der Schlüsse, welche die Forscher aus dem Vergleich von Ehepaaren ziehen, also Familienmitgliedern, die ähnlichen Umgebungseinflüssen ausgesetzt sind, deren Erbgut aber verschieden ist. Zu den Nahrungsmitteln, die Gicht begünstigen, gehören z.B. Geflügel, Hülsenfrüchte oder Bier. Mehr dazu lesen Sie auf aponet.de im Beitrag Gicht: Vorbeugen mit schlauer Nahrungswahl.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Postnatale Depression betrifft auch Männer

Nicht nur Frauen können nach der Geburt ihres Kindes in ein Stimmungstief fallen.

Blutdrucksenker gegen Alzheimer?

Der Wirkstoff Nilvadipin verbessert offenbar die Hirndurchblutung.

Hautkrebs-Diagnose durch Computer?

Künstliche Intelligenz schlägt Ärzte bei der Diagnose von Hautkrebs.

Teenager: Machen Videospiele dick?

Forscher sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.

Tropische Zecken haben überwintert

Die Hyalomma-Zecke wurde in den vergangenen Tagen wieder in Deutschland gesichtet.

Wenig Obst und Gemüse macht krank

Falsche Ernährung könnte jährlich für Millionen Todesfälle verantwortlich sein.

DNA-Roboter bekämpfen Brustkrebs

Die Nanoroboter sind dazu in der Lage, Brustkrebszellen im Körper abzutöten.

Ist die menschliche Ausdauer begrenzt?

Eine Studie zeigt, warum Sportler nicht ständig neue Rekorde brechen können.

Alzheimer vorbeugen durch Zähneputzen

Offenbar besteht ein Zusammenhang zwischen Alzheimer und Zahnfleischerkrankungen.

Gewebepflaster für Herzerkrankungen?

Forscher haben künstliches Herzgewebe erfolgreich an Tieren getestet.

Riskant: Arzneimittel und Alkohol

Die Kombination führt immer häufiger zu Notaufnahmen, vor allem bei Personen über 40.

Höhere Bildung, niedriger Blutdruck

Je höher die Schulbildung, desto geringer sind oft auch Körpergewicht und Blutdruck.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen