Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Schmerzempfindlich? Es liegt am Gehirn

Aktuelles

Mann räkelt sich auf einem Balkonstuhl.

Wenn der Hirnbereich für Tagträume gut ausgeprägt ist, spürt die Person weniger Schmerz.
© mauritius images

Do. 16. Januar 2014

Schmerz: Wie empfindlich man ist, entscheidet das Gehirn

Jeder empfindet Schmerzen anders: Was für den einen schon eine Tortur ist, entlockt einem anderen womöglich noch nicht mal ein Wimpernzucken. Diese Unterschiede im Schmerzempfinden zeigen sich offenbar auch in der Struktur des Gehirns, wie US-Forscher jetzt zeigen konnten.

Anzeige

In einer Studie mit 116 Freiwilligen zeigte sich, dass die Menge an grauer Substanz in speziellen Bereichen des Gehirns Einfluss auf das Schmerzempfinden hat. Das Gehirn setze sich aus grauer und weißer Substanz zusammen, wobei die graue Substanz für die Verarbeitung von Informationen zuständig sei, ähnlich einem Computer, erläutern die Forscher. In Gehirnaufnahmen zeigte sich, dass Testpersonen mit weniger grauer Substanz in Hirnregionen, die zum Beispiel für Tagträumereien zuständig sind und zur Kontrolle der Aufmerksamkeit beitragen, schmerzempfindlicher sind. Das berichten die Wissenschaftler online in der Fachzeitschrift Brain.

Die Prozesse, die bei Tagträumereien ablaufen, gehören zur Grundeinstellung des Gehirns, erläutern die Forscher. "Diese Standardmodus-Aktivität könnte mit der Gehirnaktivität, die ein Gefühl von Schmerzen entstehen lässt, konkurrieren", vermutet Robert Coghill, einer der Studienautoren. Das könnte die Ursache sein, warum Personen mit viel grauer Substanz und dementsprechend hoher Basisaktivität weniger sensibel auf Schmerzen reagieren. Ein anderer Bereich, in dem die Forscher Unterschiede fanden, spielt eine wichtige Rolle bei der Aufmerksamkeit. Personen, die ihre Aufmerksamkeit besonders gut fokussieren können, könnten daher auch am besten darin sein, Schmerzen unter Kontrolle zu halten, so der Professor für Neurobiologie und Anatomie.

HH

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Eltern sind wichtiger als Freunde

Das gilt auch für junge Erwachsene, wie eine neue Studie zeigt.

Vielseitige Ernährung nicht immer gesund

Wer sich vielseitig ernährt, nimmt häufig auch mehr Kalorien zu sich.

Alkohol macht Lust auf Ungesundes

Bier, Wein & Co wirken sich auch auf unsere Ernährungsgewohnheiten aus.

Neues Medikament beugt Herzinfarkt vor

Der Wirkstoff greift Darmbakterien an, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten beteiligt sind.

Bakterien trotzen Desinfektionsmittel

Krankenhauskeime werden zunehmend resistent gegenüber Desinfektionsmitteln.

Psychische Krankheit wegen Virus?

Ein Herpesvirus könnte für Depressionen und bipolare Störungen verantwortlich sein.

Pflegende Angehörige schlafen oft schlecht

9 von 10 Menschen, die ihre demenzkranken Angehörigen pflegen, leiden unter Schlafmangel.

Kopfverletzung: Bluttest statt CT?

Der Test liefert deutliche Hinweise auf schwere Komplikationen wie Hirnblutungen.

Länger ansteckend bei Übergewicht?

Das Körpergewicht könnte für die Verbreitung der Grippe eine Rolle spielen.

Wie Ingwer für frischen Atem sorgt

Forscher haben die Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe genauer untersucht.

Telomere: Nicht nur die Länge ist wichtig

Auch die Struktur der Telomere spielt für die Gesundheit eine wichtige Rolle.

E-Bikes verbessern die Ausdauer

Vor allem untrainierte Menschen profitieren von Pedelecs.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen