Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Höheres Blutungsrisiko durch Antibiotika

Aktuelles

Älterer Mann mit Blisterpackung schaut auf Blisterpackung mit Antibiotika in seinen Händen

Bestimmte Antibiotika können bei Patienten, die Blutverdünner einnehmen, die Blutungsneigung erhöhen.
© Peter Maszlen - Fotolia

Mo. 20. Januar 2014

Blutverdünner: Erhöhtes Blutungsrisiko durch Antibiotika

Patienten, die den Blutgerinnungshemmer Phenprocoumon und gleichzeitig ein Antibiotikum einnehmen, haben ein deutlich erhöhtes Blutungsrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine deutsche Forschergruppe, die Daten von 24 Millionen AOK-Versicherten ausgewertet hat.

Anzeige

Die Wissenschaftler um Dr. Sascha Abbas und Dr. Ingrid Schubert von der Universität Köln konnten nachweisen, dass je nach Art des Antibiotikums das Blutungsrisiko zwei- bis fünfmal so hoch ist wie für Patienten ohne gleichzeitige Antibiotikum-Einnahme. Mit einem besonders hohen Risiko waren Cotrimoxazol sowie Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone behaftet. Des Weiteren konnten aufgrund der Größe der Studie erstmals auch Risiken für selten verschriebene Antibiotika berichtet werden.

Wechselwirkungen zwischen Antibiotika und Blutverdünnern sind zwar bekannt, werden jedoch bei der Therapie im Praxisalltag noch nicht ausreichend berücksichtigt, schlussfolgern die Studienautoren. Sie empfehlen, bei den betroffenen Patienten, die Therapie engmaschig zu kontrollieren. Wenn möglich, sollte auf Antibiotika zurückgegriffen werden, die mit niedrigeren Blutungsrisiken einhergehen.

Die im Fachmagazin "Thrombosis and Haemostasis" veröffentlichte Untersuchung könnte vor allem für Deutschland von Bedeutung sein, da im Gegensatz zu vergleichbaren internationalen Studien der hierzulande gängige Blutverdünner Phenprocoumon untersucht wurde. In den USA wird hauptsächlich Warfarin eingesetzt.

PZ/KG

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Mehr Schlaganfälle durch Cannabis?

Das gilt vor allem, wenn Cannabis in großen Mengen konsumiert wird.

Lebensmittel besser kennzeichnen?

Viele Menschen können mit den Kalorien- oder Nährwertangaben nicht viel anfangen.

Unser Körper altert in drei Phasen

Mit 34, 60 und 78 Jahren geschehen die größten Veränderungen.

Essen im Takt der biologischen Uhr

Die Mahlzeiten an die Tageszeit anzupassen, bringt vor allem für Diabetiker Vorteile.

Hohes Cholesterin ist riskant für Jüngere

Für Menschen unter 45 Jahren bedeutet ein hoher Cholesterinspiegel ein besonderes Risiko.

OP-Infektionen mit Honig verhindern?

Manuka-Honig aus Neuseeland ist in der Lage, das Wachstum von Bakterien zu hemmen.

Neuropathie frühzeitig am Auge erkennen

Die Krankheit macht sich oft erst bemerkbar, wenn sie schon fortgeschritten ist.

Politik kann Todesfälle durch Krebs senken

Strategien wie Werbeverbote für Zigaretten zeigen offenbar Wirkung.

Säureblocker nicht zu häufig einnehmen

Medikamente gegen Sodbrennen erhöhen das Risiko für Magen-Darm-Infekte deutlich.

Wie sich Bakterien im Haushalt verbreiten

Forscher haben multiresistente Keime in verschiedenen Haushalten verfolgt.

Glaukom: Schadet Feinstaub den Augen?

Luftverschmutzung erhöht offenbar das Risiko für ein Glaukom.

Viele Jugendliche bewegen sich zu wenig

Die wenigsten Teenager schaffen es, sich eine Stunde pro Tag zu bewegen.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen