Sie sind in: Startseite Aktuelles Forschung Krebs: Überleben hängt vom Wohnort ab

Aktuelles

Bahnübergang auf dem Land, ein, zwei Häuser im Hintergrund, drumherum Wiesen

In wirtschaftlich schwächeren Landkreisen haben Krebspatienten schlechtere Überlebenschancen.
© Jürgen Fälchle - Fotolia

Sa. 01. Februar 2014

Krebs: Überleben hängt vom Wohnort ab

Menschen aus den wirtschaftlich schwächsten Landkreisen in Deutschland haben bei einer Krebserkrankung schlechtere Überlebenschancen. Darauf weist das Deutsche Krebsforschungszentrum anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar hin.

Anzeige

Krebsforscher wissen: Weltweit haben wohlhabende Krebspatienten bessere Überlebenschancen als arme. Ob das auch innerhalb Deutschlands gilt, einem der reichsten Länder der Welt, wo praktisch jeder krankenversichert ist, haben Wissenschaftler aus Heidelberg jetzt geprüft. Sie werteten dazu die Daten von über einer Million Patienten aus, die zwischen 1997 und 2006 an einer der 25 häufigsten Krebsarten erkrankt waren. Ergebnis: Erkrankte aus dem sozioökonomisch schwächsten Fünftel aller deutschen Landkreise verstarben nach ihrer Krebsdiagnose früher als Krebspatienten in allen übrigen Regionen. Wobei der Effekt in den ersten drei Monaten nach der Diagnose am deutlichsten ausfiel: Patienten aus den wirtschaftlich schwächsten Landkreisen hatten in dieser Zeitspanne ein 33 Prozent höheres Risiko zu sterben. Neun Monate nach Diagnose lag der Unterschied bei 20 Prozent, in den darauffolgenden vier Jahren blieb er bei stabil bei 16 Prozent.

"Zunächst hatten wir vermutet, dass Menschen in ärmeren Gegenden möglicherweise die Früherkennung seltener wahrnehmen. Dann würde Krebs bei ihnen erst in späteren Stadien mit schlechteren Heilungschancen entdeckt", sagt Dr. Lina Jansen, die Erstautorin der Arbeit. "Aber daran liegt es nicht." Nach Meinung der Wissenschaftler lassen die Ergebnisse nicht unbedingt Rückschlüsse auf die individuelle Situation der Patienten zu, sondern können ebenso gut Merkmale der jeweiligen Region widerspiegeln. So könnten in den finanziell schwächeren Landkreisen spezialisierte Behandlungszentren schlechter erreichbar sein oder weniger Plätze bieten.

DKFZ/RF

Der aponet.de-Newsletter

Sie interessieren sich für aktuelle Gesundheits-Nachrichten? Probieren Sie das kostenfreie Newsletter-Abonnement von aponet.de und verpassen Sie keine Meldung mehr.

Forschung

Aktuelle Meldungen aus dieser Rubrik

Krebsrisiko: Wie heiß darf Tee sein?

Zu heißer Tee kann das Risiko für Speisenröhrenkrebs deutlich erhöhen.

Ampelsystem für mehr Nachhaltigkeit

Ein Ampelsystem überzeugt offenbar viele Menschen davon, gesunde und nachhaltige Speisen zu wählen.

Entwarnung für Paracetamol

Eine Studie widerlegt die Annahme, dass Paracetamol in der Schwangerschaft dem Baby schadet.

Alkohol schädigt auch Abstinenzler

Alkoholkonsum birgt Risiken - nicht nur für denjenigen, der selbst trinkt.

Neuer Wirkstoff senkt hohes Cholesterin

Bempedoinsäure könnte Patienten helfen, die keine Statine vertragen.

Psychische Probleme bei Jüngeren steigen

Experten führen das auf die vermehrte Nutzung von digitalen Medien zurück.

Zu viel Hygiene fördert Resistenzen

In sehr sauberen Umgebungen bilden sich resistente Keime eher.

Schwanger: Jede Zigarette ist riskant

Während und kurz vor der Schwangerschaft zu rauchen, erhöht das Risiko für einen plötzlichen Kindstod.

Schönheitsoperationen werden beliebter

Vor allem Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen werden immer häufiger durchgeführt.

Neue Therapie bei Darmentzündungen?

Die Behandlung könnte vor allem Personen mit schweren Symptomen helfen.

Tripper: Wenn Antibiotika versagen

In Europa werden häufiger Erreger gefunden, gegen die gängige Antibiotika nicht mehr helfen.

Mehr Snacks wegen Social Media?

Instagram & Co wirken sich offenbar auf das Essverhalten von Teenagern aus.

Einen Überblick über alle Nachrichten bekommen Sie auf aponet.de unter Aktuelles.

Krank und was jetzt?

TreppenlifteHaben Sie sich schon einmal im Internet über Krankheiten und Therapien schlau gemacht?

Machen Sie mit bei der größten Befragung unter Patienten in Deutschland!

Anzeige

Service

Themenspecial: Gesunde Haut

Frau mit Hut im GrünenIm neuen Themenspecial "Gesunde Haut"
lesen Sie auf aponet.de viel Wissenswertes über die richtige Pflege für jeden Hauttypen.

Alle weiteren Specials in der Übersicht finden Sie hier.

Wissen

Arzneimitteldatenbank

Informationen zu Arzneimitteln, Beschwerden oder Wirkstoffen.

Apotheke finden

Tagsüber
Notdienst
Alle Inhalte
schließen